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H2vorOrt veröffentlicht neuen Gasnetzgebietstransformationsplan

Der neue Gasnetzgebietstransformationsplan zeigt, dass die Mehrheit der teilnehmenden Netzbetreiber plant, bis 2030 mit der Wasserstoffeinspeisung in die Verteilnetze zu beginnen. Erste 100 %ige Wasserstoffnetze werden in großen Teilen Deutschlands bis 2035 existieren. Der Bericht zeigt den Willen der Branche, die Klimaneutralität ambitioniert umzusetzen.

von | 12.09.23

12. September 2023 | Der neue Gasnetzgebietstransformationsplan zeigt, dass die Mehrheit der teilnehmenden Netzbetreiber plant, bis 2030 mit der Wasserstoffeinspeisung in die Verteilnetze zu beginnen. Erste 100 %ige Wasserstoffnetze werden in großen Teilen Deutschlands bis 2035 existieren. Der Bericht zeigt den Willen der Branche, die Klimaneutralität ambitioniert umzusetzen.

Mit 241 teilnehmenden Gasverteilnetzbetreibern deckt der Gasnetzgebietstransformationsplan 2023 nun deutschlandweit über 415.000 km Gasnetze ab. Für den Bericht wurden erstmals auch Zielzustände für 2045 ausgewertet, aus denen ersichtlich ist, dass Wasserstoff fast in ganz Deutschland zum Einsatz kommen wird. Viele Netzbetreiber gehen zudem von einem gleichzeitigen Einsatz von Biomethan oder anderem klimaneutralem Methan aus. Auch von Kundenseite liefert der GTP klare Aussagen zum Thema Wasserstoff. Nur 5 % der im Zuge des GTP durch die Netzbetreiber knapp 1.000 befragten Kommunen sehen keinen langfristigen Einsatz von klimaneutralen Gasen. Die Mehrheit setzt klar auf deren Verwendung.

Auch von Seiten der Industrie ist die Aussage deutlich: Von knapp zweitausend befragten Großkunden setzen mehr als drei Viertel auf Wasserstoff. 29 % der Kunden wollen den Wasserstoff hierbei bereits bis 2030, weitere 30 % erwarten die Umstellung in den 2030er Jahren. Aber auch zum Thema Biomethan sprechen die Ergebnisse des GTP eine klare Sprache – die Teilnehmer haben in 2022 gesammelt mehr Einspeisebegehren erhalten, als es Einspeiseanlagen im Bestand gibt. Im technischen Bereich wurde der Schwerpunkt der Analyse dieses Jahr auf die Leitungskomponenten gelegt. Hierbei gibt es keine grundlegenden Hindernisse für eine Netztransformation. Der GTP wird jährlich fortgesetzt und vertieft mit dem Ziel möglichst 2025 eine investitionsfähige Planung zu erreichen.

Florian Feller, Vorsitzender von H2vorOrt, zur Veröffentlichung: „Mit dem GTP-Bericht 2023 zeigt die Branche eindrucksvoll, dass sie mit der Transformationsplanung konstant voranschreitet. Und das ist gut denn – nur die Verteilnetzbetreiber sind in der Position, den notwendigen Brückenschlag zwischen Wasserstoffbackbone und den Endverbrauchern vor Ort zu machen. Durch die Abstimmung der konkreten Bedarfe vor Ort mit der Belieferung durch die vorgelagerten Netzbetreiber werden Sie zum Garanten für eine kohärente und zielkonforme Transformation unter Aufrechterhaltung der sicheren Versorgung.“

Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender DVGW, sieht die Politik am Zug: „Die Ergebnisse des GTP zeigen klar, dass die Transformation der Gasverteilnetze zu Wasserstoff eine entscheidende Rolle nicht nur für die Industrie, sondern auch für die kommunale Wärmeplanung haben wird. Mit der Aufnahme in das DVGW-Regelwerk ist der GTP fester Bestandteil der Einhaltung der anerkannten Regeln der Technik gemäß Energiewirtschaftsgesetz. Es ist daher nur folgerichtig und dringend geboten, dass der Bundestag den GTP nun den Transformationsplänen der Fernwärmeversorgung in zentralen Punkten gleichstellt. ”

Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer VKU, betont die Rolle des GTP für die Kommunen: „Dass nur 5 % der befragten Kommunen keinen Einsatz von klimaneutralen Gasen sehen, zeigt deutlich, wie sich die Realität von isolierten Studien unterscheidet. Erneuerbare Gase werden oft für die Wärmewende und die Arbeitsplätze vor Ort eingeplant. Das Gasnetz ist hierbei eine wichtige Säule der kommunalen Versorgung. Neben der Aufnahme des GTPs in das Wärmeplanungsgesetz ist es dringend notwendig, nun auch die begleitenden Themen anzugehen: Das Konzessionsrecht muss transformationsgerecht umgestaltet werden, eine unternehmerische Trennung zwischen Gas- und Wasserstoffnetzen, wie sie auf europäischer Ebene bislang noch von der Kommission angedacht ist, darf nicht kommen und die Anbindung der Verteilnetze an das H2-Kernnetz muss zeitnah und zielorientiert sichergestellt werden.“

Ergebnisbericht 2023 zum Gasnetzgebietstransformationsplan sowie weitere Informationen unter:

www.H2vorOrt.de

 

(Quelle: H2vorOrt/2023)

 

Hintergrund: ((Infokasten im Text))

Der Gasnetzgebietstransformationsplan (GTP) ist das zentrale Planungsinstrument für die Transformation der Gasverteilnetze zur Klimaneutralität. Nach dem Start 2022 konnte im gegenwärtigen zweiten Planungsjahr die Anzahl der teilnehmenden Gasverteilnetzbetreiber von 180 auf 241 gesteigert werden. Hierbei deckt der GTP nun Gasleitungen mit einer Gesamtlänge von 415.000 km ab. Er erreicht 381 von 401 deutschen Landkreisen.

Durch die Gasverteilnetzbetreiber werden gegenwärtig rund 1,8 Mio. Industrie- und Gewerbekunden sowie die Hälfte aller Haushalte mit Energie versorgt. Im Rahmen der GTP-Planung analysieren die Netzbetreiber auf Basis ihrer konkreten Situation vor Ort die Bedarfe ihrer Kunden, die dezentrale Einspeisesituation, die Entwicklung der Wasserstoffbereitstellung durch vorgelagerte Netzbetreiber und die technische Eignung ihrer Netze für Wasserstoff. Die Ergebnisse werden anschließend durch H2vorOrt zu einem jährlichen Ergebnisbericht konsolidiert. Der Planungsprozess ist ergebnisoffen und umfasst die Umnutzung, die Stilllegung und den partiellen Neubau von Leitungen sowie sämtliche neuen, klimaneutralen Gase. Ziel des GTP ist es, die Transformation zu beschleunigen und durch die Einzelplanungen der Netzbetreiber in Abstimmung mit den anderen Stufen der Versorgungskette ein kohärentes Zielbild für ganz Deutschland zu schaffen.

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