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DVGW veröffentlicht interaktive Grafik zu Gasspeicherständen

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Autor: Redaktion

DVGW veröffentlicht interaktive Grafik zu Gasspeicherständen
Bild: DVGW

Eine interaktive Grafik auf der Website des DVGW zeigt die aktuellen Füllstände der unterirdischen Gasspeicher für Deutschland sowie den gesamten Gasspeicher-Füllstand. Über einen Schieberegler der Karte können die deutschen Gasfüllstände innerhalb der letzten Jahre erkundet werden.

Hier geht es zur interaktiven Karte 

Im Zusammenhang mit der Diskussion einer möglichen Gasmangelsituation im Kontext der globalen Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hat sich die öffentliche Aufmerksamkeit auf sogenannte Untertagegasspeicher und deren Reichweite für eine Wintervorsorge gerichtet. Diese tief unter der Erdoberfläche gelegenen Kavernen- und Porenspeicher sichern gerade im Winter zusätzlich zu alternativen Importen, die den Ausfall von russischem Pipelinegas kompensieren, die Versorgung Deutschlands mit Erdgas. Entscheidend mit Blick auf die Reichweite ist jedoch, welchen tatsächlichen Füllstand die Speicher aufweisen und wie sie im Laufe des Winters abgerufen werden.

Auf seiner Website hat der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) allgemein verständlich dargestellt, wie hoch die aktuellen Speicherfüllstände sowie Einspeicher- und Entnahmeraten jedes einzelnen Speichers sind und wie sich die Reichweite des gesamtdeutschen Systemspeichers ermitteln lässt, sprich: wie gut Deutschland über diesen Winter kommt und wie gut die Startbedingungen für das nächste Gaswirtschaftsjahr sind.  Dieser Forecast ist seit heute abrufbar.

„Im Grundsatz wollen wir durch diese Berechnung die Diskussion um verfügbare Gasmengen versachlichen. Deutschland ist mit Gasvorräten gut unterwegs für diesen Winter, trotz der massiven Rückschläge, die es durch Zerstörung der Infrastrukturen gegeben hat“, so Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des DVGW. Linke verweist damit auf den mutmaßlichen Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines Ende September. Bis dahin hatte Russland über die Offshore-Fernleitung Nord Stream 1 nur noch reduziert und sukzessive immer weniger Gas nach Deutschland geliefert.

Verantwortlich entwickelt wurde das Prognose-Tool von der Explicatis GmbH, einem technischen Dienstleister des DVGW. „Mit der Prognosefunktion ist es Nutzern des Tools möglich, Einstellungen in den Parametern ‘Importzuflüsse’, ‘Wetterlage’ und ‘Veränderungen des Verbrauchs’ zu variieren. So lassen sich etwa der angenommene Verlauf des Winters oder die Menge der Einsparungen individiuell einstellen“, erläutert Explicatis-Geschäftsführer René Keller.

Im Wesentlichen verfügt die interaktive Grafik nun über folgende Features:

Aktuelle Informationen zu Gasspeichern

*             Aktueller Füllstand (in Prozent und in TWh)

*             Aktuelle Reichweite (Datum) – basierend auf realistischen Prognosewerten

*             Einhaltung der gesetzlichen Zielvorgaben

Reichweitenprognose

*             Visualisierung des bisherigen Gasabsatzes 2022, im Vergleich mit historischen Referenzdaten

*             Prognose für den Gasabsatz im Winter 2022/23 unter Berücksichtigung exogener Ereignisse wie Wetter und Einspareffekte

*             Berechnung und Visualisierung des erforderlichen Speichereinsatzes und des Füllstandsverlaufs unter Berücksichtigung der Prognoseparameter und der Importzuflüsse

Füllstandshistorie

*             Taggenaue Abfragemöglichkeit der historischen Gasspeicherfüllstände (kumuliert deutschlandweit, pro Bundesland und pro Gasspeicher)

*             Tagesaktuelle Visualisierung der Gasspeicherfüllstände, rückwirkend für mehrere Jahre

 

Alle gegenwärtigen Variationen wurden konservativ ohne die im Laufe des Winters eintreffenden zusätzlichen LNG-Mengen-Bezüge über die deutschen Terminals gerechnet und sind daher gesichert. „Selbst wenn sich die schlechteste aller Prognosen bewahrheiten sollte, wovon nicht auszugehen ist, wird Deutschland bei Beibehaltung des gegenwärtigen weitsichtigen Kurses diesen Winter gut bewältigen”, resümiert DVGW-Vorstandsvorsitzender Gerald Linke. “Dennoch sei darauf hingewiesen, dass dem Winter 2022/23 ein weiterer folgen wird. Die Vorbereitungen für den Winter in einem Jahr werden maßgeblich davon beeinflusst werden, wie wir uns in diesem Jahr verhalten, d.h. wie viel an Gas wir als Basis für 2023/2024 vorhalten können. Leichter wird es in jedem Fall, wenn es dann noch signifikante Restmengen in unseren Erdgasspeichern gibt. Daher ist es auch weiterhin angebracht, zum Sparen aufzufordern bzw. an einen energiebewussten und effizienten Einsatz des Energieträgers zu appellieren.”

 

(Quelle: DVGW/GIE/2022)

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