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Großes Potenzial: Deutsch-Ukrainische Biomethan-Kooperation

Der Branchenverband der Gas- und Wasserstoffwirtschaft Zukunft Gas und das Zentrum Liberale Moderne haben die Chancen einer Biomethan-Partnerschaft mit der Ukraine genauer untersucht und die Vorteile für beide Seiten aufgezeigt.

von | 13.10.23

Bild: Jost Listemann/Zukunft Gas

13. Oktober 2023 | Der Branchenverband der Gas- und Wasserstoffwirtschaft Zukunft Gas und das Zentrum Liberale Moderne haben die Chancen einer Biomethan-Partnerschaft mit der Ukraine genauer untersucht:

Eine solche Partnerschaft hätte für beide Seiten große Vorteile. Für einen flo­­rieren­den Bio­­methan-Handel gilt es jedoch noch eini­ge Hür­den zu überwinden. In einem heute vorgestellten Policy Paper werden die Chancen und Hindernisse einer Deutsch-Ukrainischen Biomethan-Partnerschaft beleuchtet.

Mit seinen großen Agrarflächen verfügt die Ukraine über ein immenses Potenzial für die effiziente Bereitstellung großer Biomethan-Mengen: Bis 2030 hält die Ukraine die Erschließung von 10 bis 54 Terrawattstunden (TWh) für möglich. Langfristig, auch nach dem Beseitigen von Kriegsschäden, beträgt das Gesamtpotenzial der Biomethan-Produktion bis zu 220 TWh. Zu einem großen Teil kann diese Energie aus landwirtschaftlichen Reststoffen gewonnen werden.

Nach dem REPowerEU-Plan ist Biomethan ein wichtiges Element auf dem Weg zur klimaneutralen Energieversorgung Europas. Die ukrainischen Biomethan-Produzenten sehen darin ein vielversprechendes Geschäftsmodell. Die dezentralen Strukturen der Biomethan-Produktion stärken gleichzeitig die Resilienz des ukrainischen Energiesystems. Ein weiterer Vorteil einer Biomethan-Partnerschaft ist die bereits bestehende Transportinfrastruktur. Die Gaspipelines zwischen der Ukraine und Deutschland sind infolge der stark zurückgegangenen russischen Lieferungen nur noch gering ausgelastet. Sie könnten zukünftig für Biomethan genutzt werden.

In der Ukraine muss vor allem das aktuelle Gasexport-Moratorium aufgehoben werden. Auf europäischer Seite braucht es zunächst ein Abkommen zwischen der Europäischen Union und der Ukraine zur Anerkennung gegenseitiger Herkunftsnachweise, die im Zusammenhang mit der Umsetzung der novellierten EU-Erneuerbaren-Richtlinie (REDIII) notwendig sind.

Ralf Fücks, Direktor des Zentrums Liberale Moderne, das seit Jahren mit ukrainischen Partnern kooperiert: „Die Ukraine kämpft für die Sicherheit und Freiheit Europas. Sie ist zugleich ein potenzieller Stützpfeiler für die künftige Versorgung der EU mit klimaneutralem Strom, Biomethan und Wasserstoff. Und sie braucht bereits jetzt Investitionen in ein nachhaltiges Energiesystem für den Eigenbedarf wie für den Export. Insbesondere die Produktion von Biomethan kann kurzfristig gesteigert werden. Wir müssen damit nicht bis zum Ende des Krieges warten. Die Bundesregierung und die EU müssen dafür die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen. Biomethan kann zu einem Erfolgsmodell der deutsch-ukrainischen Energiepartnerschaft werden.“

Das Policy Paper finden Sie hier.

 

(Quelle: Zukunft Gas/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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