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Thyssengas stellt die Weichen für Wasserstoff-Startnetz

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Autor: Elisabeth Terplan

Thyssengas stellt die Weichen für Wasserstoff-Startnetz

Der Dortmunder Fernleitungsnetzbetreiber Thyssengas bereitet sich proaktiv auf den Transport von Wasserstoff und anderer grüner Gase vor. In diesem Zuge schafft das Unternehmen in einem ersten Schritt 25 zusätzliche Stellen, die den Aufbau eines “Thyssengas-H2-Startnetzes” aus dem bisherigen Erdgasnetz heraus vorantreiben sollen. Damit unterstreicht Thyssengas den eigenen Anspruch, Wegbereiter und Gestalter der Energiewende zu sein.

800 km langes Wasserstoff-Startnetz geplant

Das “Thyssengas-H2-Startnetz” mit einer Länge von rund 800 Leitungskilometern soll die Ausgangsbasis für den sukzessiven Übergang in den Wasserstoff-Transport bilden. Es umfasst die Leitungsabschnitte im Thyssengas-Netz, die in einem ersten Schritt H2-ready gemacht und dann nach und nach auf Wasserstoff umgestellt werden sollen.

Grundlage für die Wasserstoff-Netzplanung sind rund 45 Absichtserklärungen (MoUs), die Thyssengas im Rahmen einer Marktabfrage des FNB Gas e.V. mit potenziellen Wasserstoff-Erzeugern und -Abnehmern geschlossen hat. Über die 800 identifizierten Leitungskilometer sollen diese künftigen Kunden ab spätestens 2030 zuverlässig mit Wasserstoff versorgt werden. Dabei handelt es sich um Leitungen, die in der Mehrzahl sukzessive für den H2-Transport umgewidmet oder in Teilen neu gebaut werden sollen. Bis 2045 sollen dann immer mehr Leitungskilometer hinzukommen und das Wasserstoff-Netz im Thyssengas-Netz parallel zum wachsenden Markt ausgebaut werden.

Damit sind die Thyssengas Leitungen wesentlicher Bestandteil des deutschlandweiten Wasserstoffnetzes für das Jahr 2032, das als Wasserstoffvariante im Rahmen des Zwischenstands zum Netzentwicklungsplan Gas 2022-2032 am 6. Juli 2022 von den Fernleitungsnetzbetreibern veröffentlicht worden ist.

Zusätzliches Personal für neue Aufgaben

Mit der schrittweisen Leitungsumstellung auf Wasserstoff sind zahlreiche planerische und technische Maßnahmen verbunden. Vor diesem Hintergrund schafft Thyssengas ab sofort 25 neue Stellen, vor allem in den technischen Bereichen des Unternehmens. Im Schwerpunkt werden Ingenieurinnen und Ingenieure gesucht, die die Umwidmung bestehender Leitungen sowie ergänzende Leitungsbauprojekte für das Wasserstoff-Netz begleiten. Aber auch in den Bereichen Vertrieb, Personal, Finanzen und Kommunikation sucht das Unternehmen Verstärkung. Die Stellen richten sich sowohl an Berufseinsteiger als auch an erfahrene Fachkräfte.

Thyssengas betreibt ein rund 4.400 Kilometer langes Fernleitungsnetz, über das heute noch überwiegend Erdgas transportiert wird. Doch nicht nur mit Blick auf die Dekarbonisierung der Energiewirtschaft hat Erdgas als fossiler Energieträger auf absehbare Zeit keine Zukunft. In Anbetracht der Abhängigkeit von russischen Erdgaslieferungen soll die Brückentechnologie Erdgas deutlich verkürzt werden – zusätzlich zum ohnehin beschlossenen Kernenergie- und Kohleausstieg. Der gasförmige Energieträger Wasserstoff kann wesentlich zur Versorgungssicherheit in Deutschland beitragen und die Energiewende hin zur Klimaneutralität beschleunigen. Dafür müssen Wasserstoff und andere grüne Gase jedoch möglichst zeitnah in nennenswerter Menge zur Verfügung stehen.

Bereits seit 2018 engagiert sich Thyssengas im Wasserstoff-Pionierprojekt ELEMENT EINS sowie in den zukunftsweisenden H2-Initiativen GET H2, GET H2 Nukleus IPCEI, H2morrow steel, IN2Climate und EcoPort 813 – H2UB DeltaPort. Mit dem ersten Thyssengas Dialog Anfang Mai 2022 hat das Unternehmen zudem eine eigene Plattform für die Vernetzung und den Austausch entlang der H2-Wertschöpfungskette initiiert.

(Quelle: Thyssengas/2022)