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SmartQuart zieht Zwischenbilanz: Energiewende in nachhaltigen Quartieren

Können wir in Zukunft Städte bauen, in denen der Einsatz fossiler Energieträger weitgehend überflüssig ist? Wie können wir die ambitionierten Klimaziele der Bundesregierung erreichen? Und wie können Bürger*innen dazu einen Beitrag leisten? Diese und weitere Fragen beschäftigen die Konsortialpartner*innen im ersten deutschen „Reallabor der Energiewende“, im Projekt SmartQuart.

von | 15.09.23

Bürgermeister der Quartiere, Sascha Solbach aus Bedburg und Albert Lang aus Kaisersesch (jeweils ganz außen), Ministerin Mona Neubaur und Katrin Eder (in der Mitte), Katherina Reiche , Stefan Küppers. Foto: Kirsten Neumann im Auftrag der Westenergie

15. September 2023 | Können wir in Zukunft Städte bauen, in denen der Einsatz fossiler Energieträger weitgehend überflüssig ist? Wie können wir die ambitionierten Klimaziele der Bundesregierung erreichen? Und wie können Bürger*innen dazu einen Beitrag leisten? Diese und weitere Fragen beschäftigen die Konsortialpartner*innen im ersten deutschen „Reallabor der Energiewende“, im Projekt SmartQuart.

In drei Quartieren in Essen und Bedburg in Nordrhein-Westfalen sowie Kaisersesch in Rheinland-Pfalz erarbeitet das Konsortium unter der Federführung der E.ON SE seit 2020 neue Produkte und Lösungen für die Planung, die Errichtung und den Betrieb energieoptimierter Quartiere – mit intensiver Beteiligung der Menschen und Entscheider*innen vor Ort.

Zur Zwischenbilanz von SmartQuart kamen auf Schloss Bedburg Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, Katrin Eder, Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz, sowie die Bürgermeister*innen der beteiligten Kommunen und Konsortionalpartner*innen zusammen.

Über die Quartiere

Gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gestaltet im Reallabor SmartQuart ein Konsortium von elf Projektpartnern drei Quartiere, die auf die Nutzung von grünen Energieträgern setzen: das elektrische Quartier Bedburg, das urbane, digitale Quartier Essen und das Wasserstoffquartier Kaisersesch. Sie stehen für drei typische Quartiere – von niedrig verdichteten oder gemischt strukturellem ländlichen Raum in Kaisersesch und Bedburg bis hin zu sehr hoch verdichteten städtischen Räumen wie in Essen. Durch diese Abbildung von für Deutschland typischen Arealen sind die Konzepte in Zukunft auch auf andere Quartiere übertragbar. Das Besondere bei SmartQuart: Die Energiesysteme werden innerhalb und zwischen den Quartieren intelligent vernetzt. So kann Energie möglichst effizient im Quartier genutzt oder anderen Quartieren bilanziell zur Verfügung gestellt werden.

Im „elektrischen Quartier“ in Bedburg ist eine Ressourcenschutzsiedlung entstanden, die auf grüne Quartiersenergie setzt. Weil die Energiesektoren Strom, Wärme und Kälte sowie Mobilität ganzheitlich betrachtet und erneuerbare Energiequellen vor Ort genutzt werden, gelingt die Wärmewende im Quartiersmaßstab reibungslos. Dazu trägt auch die frühzeitige Einbindung der lokalen Stakeholder bei, mit denen die Möglichkeiten zur lokalen Energieerzeugung und -nutzung und die Anforderungen an das Energiesystem gemeinsam entwickelt wurden – unter Berücksichtigung regulatorischer Voraussetzungen und Fördermöglichkeiten. Eine wichtige Rolle nimmt dabei die Kommune ein, die als entscheidender Treiber frühzeitig die erforderlichen Rahmenbedingungen festgelegt hat. In den ersten drei Projektjahren wurden Wärme- und Kühlungsnetze geplant, gebaut und in Betrieb genommen, eine PV-Anlage und eine Energiezentrale errichtet sowie ein neues Stromnetz verlegt; das digitale Quartiersmanagement-System zur Steuerung der verschiedenen Komponenten ist in Vorbereitung.

Im „Wasserstoffquartier“ in Kaisersesch in Rheinland-Pfalz entsteht ein wasserstoffbasiertes Microgrid mit einem gewerblich-industriellen Fokus entlang der gesamten Wertschöpfungskette: vom lokal produzierten grünen Wasserstoff über Speicherung, Verteilung bis hin zu Wasserstoff-Endanwendungen. Gebaut wurde unter anderem eine Hochdruck-Wasserstoffleitung, die erste in Deutschland, die der TÜV bereits abgenommen hat. Aber auch, dass Elektrolyseure als wesentlicher Baustein technisch herausfordernd bleiben, gehört zu den zentralen Erkenntnissen im Projekt: Diesen fehlt bislang noch die Marktreife im industriellen Maßstab. Allerdings wurde in Kaisersesch das „Henne-Ei-Problem“ gelöst: Verbindliche Kundennachfragen für grünen Wasserstoff werden mit Lieferungen aus lokaler Produktion bedient.

Im urbanen “digitalen Quartier” in Essen wurden Standorte und Gebäude identifiziert, mit deren Nutzer*innen bzw. Betreiber*innen Dekarbonisierungskonzepte für den urbanen Raum entwickelt wurden. Die daraus resultierenden Einzelmaßnahmen werden derzeit gemeinsam mit allen Stakeholdern abgestimmt und implementiert.

Über das Konsortium

SmartQuart ist ein Konsortium aus elf Partnern unter der Leitung von E.ON SE, das bis Ende 2024 neue Produkte und Lösungen für die Planung, die Errichtung und den Betrieb energieoptimierter Quartiere entwickeln wird. In allen drei Quartieren beteiligen sich Bewohner*innen, Energieversorger sowie lokale Technologieanbieter an der Umsetzung des Feldversuches. Projektpartner sind neben E.ON noch E.ON Energy Solutions, gridX GmbH, Hydrogenious LOHC Technologies GmbH, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Stadt Bedburg, Stadt Essen, Verbandsgemeinde Kaisersesch und Viessmann Werke GmbH & Co. KG. Assoziierte Partner sind die RWE Power AG und die H2 MOBILITY Deutschland GmbH & Co. KG.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter: https://smartquart.energy/

 

(Quelle: Smart Quart/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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