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Landwärme baut Carbon-Removal-Zweig aus

Landwärme, eines von Europas führenden Biomethanversorgern, will den Markt für CO2 weiter vorantreiben. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen nun ein eigenes Team unter der Leitung von Caroline Braun aufgestellt, das aktiv an der Entwicklung dieses Marktes arbeiten wird. 

von | 03.11.23

Des neu gegründeten Team für den Ausbau des Carbon-Removal-Zweigs: v.l.n.r.: Felix Pfeilmeier, Andrea Giselbrecht, Caroline Braun, Felicitas Vieweg, John Cosmo Dwelle, Sarah-Luise Grimm, Isabell Schlittenhardt, Katharina Weigl. Quelle: Landwärme GmbH

3. November 2023 | Landwärme, eines von Europas führenden Biomethanversorgern, will den Markt für CO2 weiter vorantreiben. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen nun ein eigenes Team unter der Leitung von Caroline Braun aufgestellt, das aktiv an der Entwicklung dieses Marktes arbeiten wird.

Landwärme verfolgt das Ziel, mithilfe von biogenem CO2 Negativemissionen zu realisieren, also der Atmosphäre CO2 zu entnehmen. Das biogene CO2 fällt bei der Herstellung von Biomethan ohnehin an. Ursprünglich durch Photosynthese in den organischen Einsatzstoffen gebunden, wird es bei der Umwandlung von Biogas zu Biomethan abgeschieden.

Dieses CO2 weiterzuverwenden oder unterirdisch zu lagern, ist der nächste wichtige und neue Schritt. Um Negativemissionen zu erzeugen, muss das CO2 zunächst verflüssigt werden, um es transportfähig zu machen. So kann es dann beispielsweise in Gestein oder Beton eingespeichert werden. Das Landwärme-Team wird Anlagen bei der dafür notwendigen Umrüstung beraten und die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen sicherstellen. Zudem will es dazu beitragen, die dafür erforderliche Transportinfrastruktur zu entwickeln. „In Deutschland gibt es bereits mehr als 9.000 Biogasanlagen. Sie bieten die ideale Voraussetzung für negative CO2-Emissionen. Diese sind dringend erforderlich, um Klimaneutralität zu erreichen und um Restemissionen anderer Industriezweige auszugleichen“, so Braun.

Landwärme hat bereits ein erstes entsprechendes Projekt gemeinsam mit der MVV Energie AG und dem Betonrecycler neustark realisiert. Die von MVV betriebene Bioabfallvergärungsanlage (BAV) in Dresden-Klotzsche ist die erste Anlage des Unternehmens, an der CO2 komplett abgeschieden und in die Speicherung gegeben wird. Die Überschussmenge von etwa 1.000 Tonnen pro Jahr vermarktet nun Landwärme. Abnehmer des CO2 ist neustark, die es zu einer naheliegenden Speicheranlage transportieren. Durch die innovative Speicherlösung des Berner Unternehmens wird das CO2 mittels eines Mineralisierungsprozesses permanent an Abbruchbetongranulat gebunden. Dieser Prozess entzieht schädliche Treibhausgase der Atmosphäre dauerhaft und schafft somit wichtige Negativemissionen.

Zudem beteiligt sich Landwärme zusammen mit der Reverion GmbH als Projektpartner am H2-Reallabor Burghausen – ChemDelta Bavaria. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Verbundprojekt mit 39 Mio. €, die Projektpartner steuern insgesamt einen Eigenbetrag in Höhe von 12 Mio. Euro bei. Das Ziel des H2-Reallabor Burghausen – ChemDelta Bavaria ist, den traditionsreichen Chemie-Standort zu einem der größten grünen Chemiestandorte Deutschlands zu transformieren. Die Ergebnisse sollen dabei über das Bayerische Chemiedreieck hinaus einen Weg aufzeigen, eine nachhaltige und konkurrenzfähige und resiliente Chemiewirtschaft in Deutschland zu etablieren.

Landwärme und Reverion sind im Konsortium zusammen mit Carbon CO2ncepts GmbH und dem Lehrstuhl für Energiesysteme der TUM federführend für das Arbeitspaket zur Entwicklung und Demonstration eines neuartigen Biomethanerzeugungssystems im bayerischen Reimlingen verantwortlich. Das System besteht aus einer Kombination von Biogasaufbereitung, einer CO2-Verflüssigungsanlage und einer innovativen Brennstoffzelle. Die Technologie kombiniert Stromerzeugung mit der Gasaufbereitung. Ein Teil des Biogases wird mittels Brennstoffzelle höchst effizient zu Strom umgewandelt. Das dabei anfallende CO2 wird rückgeführt und zusammen mit dem CO2 aus der Biogasaufbereitung verflüssigt und steht damit einer weiteren Nutzung zur Verfügung. Darüber hinaus kann das System unter anderem Stromüberschuss im Netz nutzen und durch Elektrolyse Wasserstoff oder synthetisches Methan erzeugen.

So wird die Fahrweise der Biogasaufbereitung und CO2-Verflüssigung optimiert sowie der Substrateinsatz für die Biomethanproduktion effizient und nachhaltig weiterentwickelt. Dass hier CO2 in so hoher Effizienz abgeschieden und durch Landwärme in die Speicherung oder Nutzung gegeben wird, ist ein neues Konzept.

Weitere Informationen zum H2-Reallabor Burghausen – ChemDelta finden Sie unter: www.h2-reallabor.de

 

(Quelle: Landwärme/2023)

 

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