Suche...
Generic filters
Exact matches only

Industriearmaturen & Sauerstoffanwendungen

Kategorie:
Themen: |
Autor: Redaktion

Industriearmaturen & Sauerstoffanwendungen

Für O2-Prozesse werden bei Siekmann Standard-Armaturen unterschiedlicher Fabrikate bis in ihre Einzelteile zerlegt und auf einem speziell entwickelten Fertigungsabschnitt einer aufwendigen Prozedur unterzogen. In diesem Verfahren kommt es darauf an, ein Höchstmaß an Reinheit zu erzielen. Eingesetzt werden die Armaturen u. a. in Luftzerlegungsanlagen (LZA/ASU) zur Erzeugung von Industriegasen.
Das Unternehmen hat dazu auf Grundlage von Kunden- und Regelwerksanforderungen die Zielvorgabe der Oberflächensauberkeit festgelegt und einen dementsprechenden Reinigungsprozess entwickelt und etabliert. Die Vorgänge laufen in einem innerhalb des Firmengeländes gelegenen, abgegrenzten Bereich ab. Speziell geschulte Mitarbeiter betreten diesen nur in vorgeschriebener Schutzkleidung wie Einweg-Overall, Überschuhen sowie Handschuhen. Der sog. Sauberbereich und die Sauberräume sind, soweit es möglich ist, partikel- und ölfrei. Zum Spezial-Equipment gehören modifizierte Geräte wie z. B. Prüfstände, welche nicht mit Druckluft, sondern mit reinem Stickstoff betrieben werden. Eine Kontamination der einzelnen Bauteile oder -gruppen nach der Reinigung ist somit ausgeschlossen. Wie die Armaturen selbst, unterliegen die Arbeitsplätze, sämtliche Werkzeuge und Maschinen regelmäßigen Kontrollen, um das Reinheitsniveau auf einem gleichmäßig hohen Level zu halten.
Vorbereitung für den Sauerstoffeinsatz
Im ersten Schritt wird die jeweilige Industriearmatur komplett zerlegt. Die Einzelteile werden mit einer individuellen Nummer versehen, um sie bei der späteren Montage der Baugruppe zuordnen zu können. In diesem Zusammenhang wird der Armaturenbegleitschein erstellt (Hersteller, Werkstoffe, Nennweiten usw.). Es folgt eine mechanische Behandlung, um scharfe Kanten und Grate zu entfernen. Diese Nachbesserung unterliegt einer ersten Sichtkontrolle. Der Sauberbereich ist anschließend Schauplatz des Reinigungsverfahrens, wo größere Teile zunächst mit Hochdruckreinigern, kleinere in einer Reinigungsanlage vorgereinigt werden. Die Komponenten erfahren darauffolgend eine Reinigung im Ultraschallbad mit speziellen Reinigungs- und Lösemitteln und verschiedene Spülvorgänge mit abschließender Stickstoff-Trocknung. Dies gewährleistet eine Entfernung von Reinigungsmittelresten, Ölen und Fetten (<125 mg/m2) sowie von Fremdpartikeln (> 0,5mm / maximal 50 mg/m2). Das Resultat sind Bauteile, welche frei von Graten, losen Spänen, Zunder, Rost sowie Schweißspritzern und Anlauffarben sind. Danach werden alle Bauteile in den Sauberraum verbracht. Dieser ist vollständig abgeschirmt von der Außenwirkung. Unter Schwarz- und Weißlicht wird nach Reflektionen gesucht, welche Verunreinigungen wie Ölreste entlarven. Wird der Techniker entsprechend fündig, geht es für das Bauteil zurück in den Reinigungsprozess – andernfalls folgt der Zusammenbau im Sauberraum.
Bei der Remontage liegt bei den nichtmetallischen Werkstoffen das Hauptaugenmerk auf Schmiermitteln, Packungen und Dichtungen, welche durch die Bundesanstalt für Materialprüfung – kurz BAM – verifiziert sind. Das bedeutet, dass sie in Sachen Druck- und Temperaturlimits entsprechend den Betriebsbedingungen im Sauerstoffeinsatz erprobt sind und den kritischsten Sicherheitsaspekten bei flüssigem Sauerstoffbereich standhalten. Die erneute visuelle Kontrolle mit Weiß- und UV-Licht, Funktionstests und Dichtheitsprüfung der Spezialarmatur komplettieren das Tuning.
Sicher verpackt bis zum Einsatz
An den Armaturen werden vor der Verpackung Schilder mit Edelstahldraht angebracht, welche diese als „free of oil and grease for oxygen" kennzeichnen. Der Verpackung in PE-Schlauchfolie werden Trockenmittelbeutel zugegeben, welche kondensierender Feuchtigkeit durch in der Hülle eingeschlossene Umgebungsluft aufnehmen. Die abschließende Dokumentation, die sowohl für interne als auch externe Zwecke des Kunden benötigt wird, erhält dieser mit detaillierten Informationen zum gesamten Prozess. Die Armatur kann bis zur Inbetriebnahme eingelagert werden, wobei die schützende Hülle bis dahin ungeöffnet bleiben muss, um das Ergebnis des Upgrades nicht zu verfälschen.
(Quelle: RSB DESIGN GmbH, Siekmann-Econosto GmbH & Co KG)