Generic filters
FS Logoi

Bundesnetzagentur: Krisenübung zur Gasversorgung

Die Bundesnetzagentur bereitet sich in einer Übung auf einen möglichen Krisenfall in der Gasversorgung vor. Ziel der Simulation einer Gasmangellage ist es, die Prozesse des Bundeslastverteilers zu üben.

von | 22.09.23

Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur Bild Bundesnetzagentur

22. September 2023 | Die Bundesnetzagentur bereitet sich in einer Übung auf einen möglichen Krisenfall in der Gasversorgung vor. Ziel der Simulation einer Gasmangellage ist es, die Prozesse des Bundeslastverteilers zu üben.

“Deutschland ist für diesen Winter deutlich besser vorbereitet als im vergangenen Jahr. Wir können durchaus optimistisch sein, für eine Entwarnung ist es aber noch zu früh”, sagt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. “Die Speicher sind gut gefüllt, die alternativen Quellen, über die wir Gas beziehen können, und die Einsparraten sind stabil. Aber es bleiben Restrisiken. Wir unterziehen heute unsere Abläufe im Krisenfall einem Praxistest. So sind wir auch auf unwahrscheinliche Szenarien gut vorbereitet.”

Ziel der Übung

Ziel der Übung ist es, mit ausgewählten Partnern den Fall zu üben, dass die Bundesnetzagentur als Bundeslastverteiler Reduzierungen beim Gasverbrauch anordnen muss. Die Infrastruktur des Krisenstabs und die einschlägigen Kommunikationswege, vor allem die Sicherheitsplattform Gas, werden getestet. Auch wird in der Übung berücksichtigt, dass der lebenswichtige Bedarf von Haushaltkunden einem besonderen Schutz gegenüber Einsparanordnungen unterliegt.

An der Übung nehmen neben der Bundesnetzagentur das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, mehrere Bundesländer und der Marktgebietsverantwortliche Trading Hub Europe teil. Außerdem werden Netzbetreiber und Industriekunden, Speicherbetreiber und Speichernutzer teilnehmen.

Auch diesen Winter bleiben Restrisiken

Die Ausgangssituation zu Beginn der Heizperiode ist im Hinblick auf die Speicherfüllstände und die Bezugsquellen für Erdgas deutlich besser als im vergangenen Herbst. Für eine vollständige Entwarnung ist es aber zu früh, da verschiedene Faktoren die Versorgungslage maßgeblich beeinflussen können. Dazu gehört eine etwaige sehr kalte Wetterlage, bei der der Gasverbrauch stark ansteigen würde. Dazu gehört aber auch die Gefahr ausbleibender russischer Gaslieferungen in die südosteuropäischen Staaten, die zur Zeit noch Gas über die Ukraine beziehen und im Falle einer Mangellage über Deutschland mitversorgt werden müssten. Schließlich denkbar sind auch Szenarien des teilweisen oder vollständigen Ausfalls von Erdgasleitungen.

Gas sparen ist weiterhin wichtig

Die Einsparungen von Haushalten, Gewerbe und Industrie haben einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit geleistet und dabei geholfen, einen Teil der weggefallenen russischen Erdgasmengen zu kompensieren. Im Winterhalbjahr vom 1. Oktober 2022 bis 31. März 2023 wurden im Vergleich zu den Vorjahren insgesamt rund 20 Prozent Gas eingespart. Selbst während der Sommermonate ist der Gasverbrauch sehr niedrig geblieben; er lag in den letzten Wochen immer etwa 20 Prozent unter dem Mittel der Vorjahre.

Die Bundesnetzagentur ruft auch für den bevorstehenden Winter zu einem sparsamen Gasverbrauch auf. Gas ist weiterhin deutlich teurer als vor der Krise. Ein sorgsamer Verbrauch – etwa beim Heizen – schont den Geldbeutel und das Klima und hilft der sicheren Versorgung.

Hintergrund

Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und den schrittweisen Rückgang der Gaslieferungen aus Russland im vergangenen Jahr hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz das „Krisenteam Gas“ einberufen. Das Krisenteam analysiert und bewertet seitdem kontinuierlich die Versorgungslage. Für den Fall, dass im Zuge dieser Lagebewertung eine erhebliche Verschlechterung der Versorgungslage festgestellt wird und das zuständige Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz die Notfallstufe ausruft, wird die Bundesnetzagentur zum Bundeslastverteiler. Die Bundesnetzagentur bereitet derzeit eine Aktualisierung ihrer Szenarienberechnungen vor, um die Versorgungslage für den kommenden Winter abzubilden.

 

(Quelle: Bundesnetzagentur/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer das neuste in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Wärme auf Rädern: Mobiles Speichersystem für öffentliche Gebäude
Wärme auf Rädern: Mobiles Speichersystem für öffentliche Gebäude

Die Wärmewende in ländlichen Regionen steht oft vor der Herausforderung, dass industrielle Wärmequellen und potenzielle Abnehmer weit voneinander entfernt liegen. Hier setzt das Verbundprojekt „WärmeEngel“ an und entwickelt im Oberbergischen Kreis eine Lösung: Abwärme aus Deponiegas-Blockheizkraftwerken wird durch mobile Latentwärmespeicher zu einem rund 16 km entfernten Berufskolleg transportiert.

mehr lesen
EWI-Analyse zu Wasserstoffimporten
EWI-Analyse zu Wasserstoffimporten

Die Auswahl von Handelspartnern für grünen Wasserstoff und Ammoniak ist für die Versorgungssicherheit entscheidend. Dabei gehen gute wirtschaftliche, politische und soziale Rahmenbedingungen jedoch häufig mit höheren Importkosten einher.

mehr lesen
Schlüsselfertige All-in-One-Lösungen für die Energiewende
Schlüsselfertige All-in-One-Lösungen für die Energiewende

Das vor Ostern von der deutschen Bundesregierung beschlossene neue Klimaschutzprogramm 2026 stellt für die Reduzierung fossiler Energieimporte acht Milliarden Euro bis 2030 bereit. Insgesamt wird der Klimabilanz aktuell eine „Rückwärtsrolle“ attestiert. Dabei kommt dem Ausbau erneuerbarer Energien aus Wind und Sonne für die Generierung von grünem Wasserstoff definitiv die Rolle des „Motors“ für die Energiewende zu. Das seit 2020 für die stationäre Dekarbonisierung tätige Unternehmen H2 POWERCELL GmbH hat sich erfolgreich als Full-Service-Anbieter von Plug-&-Play-Wasserstoff-Produktions- und Speichersystemen sowie von Wasserstoff-Brennstoffzellen-Kraftwerken positioniert.

mehr lesen
MB Energy kann Importterminal für Ammoniak in Hamburg bauen
MB Energy kann Importterminal für Ammoniak in Hamburg bauen

MB Energy hat von der Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) die Genehmigung für den Bau und Betrieb eines neuen Ammoniak-Importterminals erhalten. Vorbehaltlich der finalen Investitionsentscheidung soll die Anlage auf dem Gelände des Tanklagers Blumensand im Hamburger Hafen entstehen. Das geplante Terminal soll Deutschlands erster groß angelegter Ammoniak-Import-Hub werden und eine zentrale Rolle bei der Sicherung der zukünftigen Energieversorgung sowie der laufenden Transformation der Wirtschaft spielen.

mehr lesen
Stapel Probeabo Gas

Sie möchten unser Magazin testen?

Bestellen Sie das kostenlose Probeheft!

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Gas + Energie kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Datenschutz
gwf-gas.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
gwf-gas.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: