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VIK schlägt Wasserstoff-Midstreamer als zentrales Förderinstrument vor

Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e. V. (VIK) hat ein Konzept zur Beschleunigung des Wasserstoffhochlaufs in Deutschland und Europa veröffentlicht. Kern des Papiers ist der Vorschlag, sogenannte Wasserstoff-Midstreamer als zentrales Förder- und Absicherungsinstrument zu etablieren.

von | 20.01.26

Ziel ist es, Angebot und Nachfrage effektiv zu verbinden, Investitionsrisiken abzufedern und den aktuell stockenden Markthochlauf insbesondere im industriellen Bereich wieder voranzubringen.

„Der Wasserstoffhochlauf ist politisch gewollt und strategisch notwendig, gerät in der Praxis aber zunehmend ins Stocken“, sagt Christian Seyfert, Hauptgeschäftsführer des VIK. „Hohe Produktionskosten, fehlende Nachfrageanreize und unzureichend koordinierte Förderinstrumente verhindern derzeit, dass Wasserstoff in der Industrie in die Breite kommt. Hier braucht es jetzt einen strukturellen Ansatz.“

Trotz Fortschritten bei Elektrolyseprojekten, Infrastrukturvorhaben und einzelnen industriellen Anwendungen bleibt der wirtschaftliche Einsatz von Wasserstoff für viele Unternehmen nicht darstellbar. Insbesondere im Vergleich zu erdgasbasierter Produktion liegen die Kosten für erneuerbaren und auch für CO₂-armen Wasserstoff weiterhin deutlich höher. Bestehende Förderprogramme setzen wichtige Impulse, wirken jedoch meist nur punktuell, sind administrativ aufwendig und bieten keine ausreichende langfristige Planungssicherheit.

Vor diesem Hintergrund schlägt der VIK die Einführung von Wasserstoff-Midstreamern vor. Diese sollen als staatlich abgesicherte Intermediäre zwischen Erzeugern und Abnehmern agieren, langfristige Liefer- und Abnahmeverträge bündeln sowie Preis- und Mengenrisiken übernehmen. Die Differenz zwischen hohen Produktionskosten und begrenzter Zahlungsbereitschaft der Abnehmer würde gezielt über Fördermittel ausgeglichen (Contract for Difference).

„Ein Wasserstoff-Midstreamer kann die zentrale Lücke im bestehenden Förderrahmen schließen“, so Seyfert weiter. „Er reduziert Komplexität, schafft Planungssicherheit für Investitionen und ermöglicht auch kleinen und mittleren Industrieunternehmen den Einstieg in den Wasserstoffmarkt.“

Der VIK verweist dabei auf historische Erfahrungen aus dem Erdgasmarkt, in dem Midstreamer eine entscheidende Rolle beim Markthochlauf gespielt haben. Für den deutlich komplexeren Wasserstoffmarkt sei eine solche koordinierende Instanz umso wichtiger. Gleichzeitig betont der Verband, dass ein Midstreamer keine eigene Infrastruktur betreiben, sondern eine marktliche Ausgleichs- und Absicherungsfunktion übernehmen sollte.

Wesentlich ist aus Sicht des VIK zudem, dass ein Midstreamer in der Hochlaufphase technologieoffen ausgestaltet wird und neben erneuerbarem Wasserstoff auch andere CO₂-arme Wasserstoffarten einbezieht. Nur so ließen sich kurzfristig Volumen bereitstellen und der Förderbedarf effizient begrenzen.

„Ziel ist kein dauerhaft subventionierter Markt“, betont Seyfert. „Wasserstoff-Midstreamer sollen das aktuelle ‚Henne-Ei-Problem‘ überwinden und so den Übergang zu einem liquiden, wettbewerblichen Markt ermöglichen, der perspektivisch ohne staatliche Förderung auskommt.“

Mit dem veröffentlichten Konzept will der VIK die energie- und industriepolitische Debatte um den Wasserstoffhochlauf konkretisieren und einen pragmatischen Vorschlag für die nächste Entwicklungsstufe der Förderarchitektur einbringen.

Zum VIK-Midstreamer-Konzept:

 

 

(Quelle: VIK/2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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