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DVGW-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Gerald Linke zum neu vorgestellten “Sofortprogramm Gebäudesektor”

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Thema:
Autor: Elisabeth Terplan

DVGW-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Gerald Linke zum neu vorgestellten “Sofortprogramm Gebäudesektor”

Mit dem heute vorgestellten Papier verfehlt die Politik bei Weitem ihr Ziel, den Klimaschutz beim Wohnen wirksam voranzutreiben. Es steht zudem im Widerspruch zu einem technologieoffenen und damit kosteneffizienten Lösungsansatz, der für die Dekarbonisierung des Gebäudesektors jedoch unerlässlich ist. Die Annahme, dass reine Gasheizungen nicht mehr einbaubar seien, weil sie die für neue Heizungen ab 2024 vorgeschriebene 65-Prozent-Erneuerbare-Regelung nicht erfüllen könnten, ist schlichtweg falsch. Gasheizungen erfüllen diese Vorgabe, wenn sie entweder mit Biomethan bzw. zukünftig klimaneutralem Wasserstoff oder in Kombination mit weiteren Technologien wie zum Beispiel Solarthermie betrieben werden.

Leider findet sich in dem Papier keine einzige Maßnahme zur verstärkten Nutzung klimaneutraler Gase wie dem Hochlauf von Biomethan, obgleich der beschleunigte Hochlauf in der Koalitionsvereinbarung vom 24. März beschlossen wurde. Damit bleibt eine wesentliche Option zur Erfüllung der Klimavorschriften im Gebäudesektor und der angestrebten Unabhängigkeit von russischem Erdgas leider ungenutzt.

Unstrittig ist, dass es technisch und organisatorisch schnell möglich ist, klimaneutrale Gase in den Gebäudesektor zu bringen. Dies gelingt auch in Größenordnungen, die über den CO2-Einsparpotenzialen liegen, die durch die Maßnahmen im Sofortprogramm erreichbar sein werden. Die vorgeschlagenen Maßnahmen wie der Ausbau der Wärmepumpen, die Fernwärme oder die Gebäudesanierung sind zeitlich teilweise viel später wirksam als die Einbindung klimaneutraler Gase. Zu unserem Bedauern wird dieser wichtige Aspekt im Entwurf des Sofortprogramms anscheinend ignoriert. Hier muss nachgebessert werden. Nur, wenn wir alle technologischen Optionen, die auf eine Senkung der CO2-Emissionen einzahlen, im Blick behalten, können wir der Heterogenität des Gebäudebestands gerecht werden. Dazu bedarf es eines Zusammenspiels verschiedener klimaneutraler Energieträger, Infrastrukturen und Technologien, darunter auch Wasserstoff.“

 

(Quelle: DVGW/2022)

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