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INES: Winterausblick zeigt Risiken – Speicherbefüllung vor dem Winter auf niedrigem Niveau

Deutschland startet mit einem unerwartet niedrigen Speicherfüllstand von nur 75 % in die Heizperiode. Das November-Update der INES-Gas-Szenarien zeigt: Bei extrem kalten Temperaturen drohen bereits ab Mitte Januar Unterdeckungen.

von | 18.11.25

Deutschland war mit einem Füllstand von 29 Prozent zum 1. April 2025 in das Speicherjahr gestartet. Über den Sommer wurde die Befüllung zwar kontinuierlich vorangetrieben, blieb jedoch im europäischen Vergleich und im Vergleich zur Vorjahresentwicklung deutlich zurück.

Bis Anfang November wurden die Speicher nur auf 75 % gefüllt. Damit liegt der Ausgangswert:

  • deutlich unter den üblichen Füllständen der vergangenen Jahre,
  • unter dem im September-Update erwarteten Wert und
  • unterhalb des technisch möglichen Niveaus, das allein in gebuchten Kapazitäten erreichbar gewesen wäre.

Über das Gasspeichergesetz bestand für die Bundesregierung jederzeit die Möglichkeit, staatliche Instrumente einzusetzen und höhere Füllstände sicherzustellen.

Ausgehend vom tatsächlichen Startfüllstand von 75 % wurden drei Szenarien modelliert:

  • Warme bis mittlere Temperaturen (Wetterjahre 2020 bzw. 2016)

Die Gasspeicher werden im Winter moderat bis umfangreich entleert. Die gesetzliche Füllstandsvorgabe von 30 % am 1. Februar 2026 kann in beiden Szenarien eingehalten werden.

  • Extrem kalte Temperaturen (Wetterjahr 2010)

Die Speicher wären bereits Mitte Januar vollständig entleert. Ein Verbrauchsniveau, das sich an den aktuellen Einsparungen orientiert, kann dann nicht mehr vollständig gedeckt werden. Die Unterdeckungen fallen gegenüber dem September-Update noch größer aus.

Die Verschärfung der Risiken beruht insbesondere auf:

  • niedrigerem Startfüllstand als erwartet,
  • höherem Gasverbrauch der letzten vier Monate,
  • schwächerer Speicherbefüllung im EU-Binnenmarkt.

 

Sebastian Heinermann, Geschäftsführer von INES, kommentiert: „Das November-Update zeigt klar: Die Speicherbefüllung für den Winter 2025/26 reicht für den Fall eines extrem kalten Winters trotz der neuen LNG-Importkapazitäten nicht aus. Die bestehenden politischen Rahmenbedingungen wurden nicht genutzt, um höhere Füllstände sicherzustellen. Für die Zukunft ist es wichtig, dass die Bundesregierung  – wie im Koalitionsvertrag angekündigt – Instrumente auf den Weg bringt, um eine versorgungssichere und kostengünstigere Befüllung der Gasspeicher sicherzustellen. Ein Blick auf die Speicherfüllstände anderer EU-Mitgliedstaaten zeigt sehr deutlich, dass die Wintervorsorge durch politische Rahmenbedingungen spürbar verbessert werden kann.“

Dieses Versprechen findet sich wörtlich im Koalitionsvertrag: Die Bundesregierung kündigt darin an, „Instrumente auf den Weg zu bringen, um eine versorgungssichere und kostengünstigere Befüllung der Gasspeicher sicherzustellen“ (Koalitionsvertrag, Seite 30).

 

(Quelle: INES/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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