Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz überarbeitet die Bundesregierung das bisherige Gebäudeenergiegesetz grundlegend. Insbesondere viele detaillierte technische Vorgaben entfallen. Stattdessen sieht der aktuelle Entwurf u. a. die sogenannte Bio-Treppe für neue Heizungen ab 2029 vor. Hiermit sind stufenweise steigende Anteile klimaneutraler Gase gemeint. Flankiert werden soll das Gesetz durch die Einführung einer Grüngasquote. Damit ebnet der Gesetzesentwurf Biomethan und anderen erneuerbaren und dekarbonsierten Gasen wie Wasserstoff und seinen Derivaten den Weg. So können diese gerade im Gebäudebestand einen wesentlichen Beitrag zur Wärmewende leisten.
„Das Gebäudemodernisierungsgesetz schafft kosteneffiziente Handlungsoptionen zur CO2-Minderung besonders im Bestand und damit in der Breite des Wärmemarktes“, erklärt Dr. Timm Kehler, Vorstand des Verbandes Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft. „Gute Politik beginnt mit dem Betrachten der Realität: Weit mehr als die Hälfte aller Heizungen in Deutschland sind Gasheizungen. Wer die Wärmewende vorantreiben will, muss Lösungen für die Breite anbieten und dabei Elektronen und Moleküle zusammendenken. Wärmepumpen, Hybridheizungen, Fernwärme, Biomethan und perspektivisch Wasserstoff sind keine Gegensätze, sondern Bausteine eines resilienten und bezahlbaren Wärmesystems.“
In Deutschland sind rund 13,9 Millionen Gasheizungen in Betrieb. Sie versorgen rund 56 Prozent aller Wohnungen. Der Austausch dieser Anlagen verläuft bislang nur schleppend. Hybridlösungen aus Gas-Brennwertheizung und Wärmepumpe können hier eine Schlüsseltechnologie werden. Sie ermöglichen gerade im Bestand einen pragmatischen Einstieg in die Elektrifizierung, ohne bestehende Infrastruktur vorschnell aufzugeben. Nach Berechnungen des Verbandes lassen sich durch den Austausch von Gas- gegen Wärmepumpenheizungen sowie eine starke Nutzung der Hybridtechnik erhebliche Modernisierungsfortschritte erzielen.
Vor allem aufgrund von Modernisierungsarbeiten am Gebäude und dem Ausbau von Hybridheizungen erwartet der Verband, dass sich der Gasverbrauch im Gebäudesektor bis 2045 etwa halbieren lässt. Ein Heizungsmarktmodell des Verbandes ermittelt in einem modernisierten Bestand bis 2045 einen verbleibenden Gasbedarf von rund 120 TWh pro Jahr. Trotz des Absatzrückgangs wird kein drastischer Anstieg der Netzentgelte erwartet.
Nach Berechnungen des Verbands Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft lassen sich die ersten Mengenvorgaben von Grüngasquote und Bio-Treppe mit derzeitigen Produktionskapazitäten erfüllen. Durch anstehende Investitionen können diese Kapazitäten bis 2030 deutlich wachsen. Eine Erfüllung der weiteren Mengenanforderungen zu bezahlbaren Preisen wird als realistisch eingeschätzt.
„Kritisch bleibt allerdings der Blick auf das bislang unzureichend ausdefinierte Zusammenspiel von Grüngasquote und Bio-Treppe sowie eine bürokratische Überregulierung bei der Kostenteilung zwischen Vermietern und Mietern“, so Kehler.
Der Verband fordert daher, das GModG im weiteren Verfahren hier gezielt auf einfache Umsetzbarkeit auszurichten.







