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FNB Gas veröffentlicht Versorgungssicherheitsbericht 2026

Die deutschen Fernleitungsnetzbetreiber (FNB Gas) haben erstmalig ihren Bericht zur Versorgungssicherheit vorgelegt. Der Bericht schaut auf den Winter 2025/2026 zurück und analysiert die Gesamtsituation im LNG-Markt.

von | 27.05.26

Dr. Matthias Jenn Bild: bayernets GmbH

Er zeigt: Auch bei wachsenden LNG-Kapazitäten bleiben Erdgasspeicher das entscheidende Instrument zur Absicherung der Versorgungssicherheit gegen exogene Schocks. FNB Gas drängt daher auf die Umsetzung eines Kombinationsmodells, das eine speicherbasierte Sicherheitsreserve mit einer Lieferantenverpflichtung verbindet.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fiel auch der Winter 2025/2026 wieder insgesamt zu warm aus. Dennoch stieg der Gesamtwärmebedarf gegenüber dem Vorjahr leicht an. Ausschlaggebend war vor allem der vergleichsweise kalte Januar.

Während der Kältewelle im Januar erreichte der Export in die Schweiz und nach Österreich an einzelnen Tagen die maximale Ausspeisekapazität. Die Speicher mussten die Lücke schließen: Zwischenzeitlich trugen Ausspeicherungen mit über 3 TWh/d zur Versorgung bei. Das entspricht mehr als 50 % der eingespeisten Menge in den nachfrageintensivsten Phasen. Zum Vergleich: Deutsche LNG-Terminals könnten an solchen Tagen maximal 8,5 % der Einspeisemenge liefern.

„Die Zahlen des letzten Winters sprechen eine klare Sprache: Wer auch in Zukunft Versorgungssicherheit will, kommt an einer neuen Speicherordnung nicht vorbei“, so Dr. Matthias Jenn, Vorstandsvorsitzender FNB Gas.

 

Geopolitische Schocks verändern die Marktlogik

Der deutsche Erdgasmarkt hat sich seit der Energiekrise 2022 fundamental gewandelt: von einem Pipelinemarkt zu einem LNG-basierten Markt. Die Sperrung der Straße von Hormus und der Stopp der katarischen LNG-Produktion Ende Februar 2026 legen dabei neue Risiken offen. Blockaden von Lieferrouten oder der Ausfall von Lieferländern können die Versorgung gefährden. Alternative LNG-Lieferungen beispielsweise aus den USA haben je nach Lieferroute einen Vorlauf von zwei bis sechs Wochen. Die Gaspreise stiegen in der Folge bis Ende März um 64 %.

Die Fernleitungsnetzbetreiber ziehen daraus eine grundlegende Konsequenz: Das bisherige Prinzip – im Sommer günstiges Gas einkaufen und einlagern, um es im teuren Winter zu verbrauchen (der sog. „Sommer-Winter-Spread“) – wird als Anreiz zur Speicherbefüllung künftig nicht mehr zuverlässig funktionieren. Sie halten daher eine Neubewertung des Befüllungsprozesses und entsprechender Vorkehrungen für zwingend erforderlich.

 Speicher bleiben als Flexibilitätsinstrument unverzichtbar

Rund zwei Drittel des deutschen Gasverbrauchs entfallen auf das Winterhalbjahr. Für den saisonalen Ausgleich werden ca. 175 TWh Arbeitsgasvolumen benötigt. Die Winterbedarfsspitze lag bei rund 6 TWh pro Tag. Gleichzeitig konnten Importe nach Deutschland unter realistischen netztechnischen Bedingungen maximal rund 3 TWh pro Tag beitragen. In Spitzenzeiten mussten daher über 50 % der Versorgung aus den Gasspeichern gedeckt werden. Exogene Schocks erfordern zudem eine strategische Reserve, die vom Markt nicht antizipiert werden kann. 

Das FNB Gas-Kombinationsmodell: Marktbasiert und systemsicher

Bereits im Anschluss an den Winter 2024/2025 schlugen die FNB ein zweiteiliges Kombinationsmodell für die Versorgungssicherheit vor, das Marktmechanismen und regulatorische Absicherung verbindet. Vor dem Hintergrund der jüngsten geopolitischen Entwicklungen erscheint die Umsetzung umso dringlicher.

  1. Speicherbasierte Sicherheitsreserve: 24 TWh – ganzjährig

Ein definierter Anteil des Arbeitsgasvolumens wird dem Markt dauerhaft entzogen und als strategische Reserve für exogene Schocks vorgehalten – etwa den Ausfall einer Importinfrastruktur.

  1. Lieferantenverpflichtung: 63 TWh – zum 1. Februar eines jeden Jahres

Lieferanten werden verpflichtet, zum 1. Februar eines Jahres einen definierten Mindestfüllstand sicherzustellen. Dies schafft marktliche Anreize zur rechtzeitigen Einspeicherung.

Jenn ist überzeugt: „Mit unserem Modell schärfen wir die Verantwortlichkeiten aller Marktbeteiligten für die Versorgungssicherheit. Die Eingriffstiefe wird auf das notwendige Maß beschränkt.“

 

(Quelle: FNB/2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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