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Fernleitungsnetzbetreiber legen Wasserstoffbericht vor

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Autor: Elisabeth Terplan

Fernleitungsnetzbetreiber legen Wasserstoffbericht vor

Deutschland muss Tempo machen beim Wasserstoffhochlauf, um die Versorgung zu sichern und Klimaschutz voranzutreiben. Der heute von den Fernleitungsnetzbetreibern gemäß § 28q EnWG vorgelegte Wasserstoffbericht zeigt auf, wie mit einer Integration der Wasserstoffnetzplanung in die bewährte Gasnetzplanung die notwendige Transportinfrastruktur effizient, zügig und zielgerichtet aufgebaut werden kann.

Mit zwölf Empfehlungen geben die Fernleitungsnetzbetreiber der Bundesnetzagentur und dem Gesetzgeber Vorschläge an die Hand, die noch in diesem Jahr umgesetzt werden sollten. Kern des Wasserstoffberichtes ist ein Konzept für einen verbindlichen und integrierten Netzentwicklungsplanungsprozess für Gas (Wasserstoff und Methan).

„Wasserstoff ist zwar das kleinste Element im Periodensystem, aber seine Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist umso größer. Der Wasserstoffhochlauf ist angesichts Klimakrise, hoher Energiepreise und der aktuellen geopolitischen Lage dringlicher denn je“, erklärt FNB Gas Vorstandsvorsitzender Dr. Thomas Gößmann.

Integrierte Netzplanung gesetzlich verankern

Inga Posch, Geschäftsführerin des FNB Gas: „Mit ihren Wasserstoffnetzmodellierungen im Rahmen des Netzentwicklungsplans Gas sind die Fernleitungsnetzbetreiber in den vergangenen Jahren bereits in Vorleistung gegangen. Damit unsere Umstellungs- und Ausbauvorschläge auch von der Bundesnetzagentur bestätigt und dann umgesetzt werden können, brauchen wir jetzt dringend eine gesetzliche Verankerung der integrierten Netzplanung Gas (Wasserstoff und Methan).“

In ihrem Bericht empfehlen die Fernleitungsnetzbetreiber zudem die Schaffung eines Ordnungsrahmens, der eine einheitliche und verpflichtende Regulierung für alle Betreiber eines Wasserstoffnetzes der öffentlichen Versorgung vorsieht. Dieser muss auch die Refinanzierung der durch die Netzbetreiber getätigten Investitionen ermöglichen und zu Netzentgelten führen, die für die Wasserstoffkunden tragbar sind.

Ein schneller Wasserstoffhochlauf setzt auch eine enge Abstimmung von Maßnahmen auf den unterschiedlichen Netzebenen voraus. Der Wasserstoffbericht enthält daher ebenfalls ein unter Mitwirkung von BDEW, DVGW, VKU sowie der Initiative H2vorOrt erstelltes Kapitel über die Planung von Umstellungsmaßnahmen im Verteilernetz sowie die Schnittstellen zur Fernleitungsnetzebene.

Neue Handlungsspielräume schaffen

Allein in den letzten zwei Jahren hat sich der Transportbedarf für Wasserstoff, den die Fernleitungsnetzbetreiber im Rahmen der Netzentwicklungsplanung abfragen, verzehnfacht. „Industrie, Stadtwerke und Verbraucher erwarten jetzt Planbarkeit. Als viertgrößte Volkswirtschaft der Welt darf Deutschland nicht länger warten. Jede Verzögerung verteuert den Umstieg und gefährdet die zukünftige Versorgungssicherheit“, so Gößmann. „Die Fernleitungsnetzbetreiber stehen in den Startlöchern, damit Deutschland mit Wasserstoff neue Handlungsspielräume gewinnt. Sobald der notwendige Ordnungsrahmen da ist, kann es losgehen.“