Auf dieser Basis wurden 28 Bilanzen unter bestmöglicher Harmonisierung analysiert, um typische Muster, Spannweiten und Verteilungen sichtbar zu machen. „Ziel war dabei keine Normierung, sondern eine praktikable Vergleichbarkeit der vorhandenen Daten.“
Methodisch wurden folgende Ansätze gewählt: Einheitliche Emissionsfaktoren, Bilanzierung der Kategorien 3.1 und 3.2 gemäß Greenhouse Gas Protocol (häufig gemeinsam) ausschließlich kostenbasiert sowie eine klare Zuordnung des Energievertriebs unter Scope 3.11.
Erste Orientierung trotz fehlender Normierung
Vorwegzunehmen bleibt: Ein klassisches Benchmarking ist gegenwärtig nicht möglich. „Dennoch bieten die Analyseergebnisse eine erste belastbare Orientierung für Stadtwerke, die die Ergebnisse ihrer THG-Bilanz mit anderen Stadtwerken vergleichen möchten“, ist Maria Möhner, Teamleiterin Klimaschutz, sicher.
Die Auswertung liefert keine „guten“ oder „schlechten“ Werte, sondern orientierungsgebende Spannweiten. Zu betonen ist: Absolute Emissionswerte sind nur im jeweiligen Kontext interpretierbar. Auch die Verteilung der Scopes hängt stark von der Struktur ab: Stadtwerke mit großen Fernwärmenetzen weisen oft einen höheren Scope 1-Anteil und entsprechend geringere Scope 3-Quoten auf, ohne dass dies Rückschlüsse auf die Qualität der Bilanz zulässt.
Ein häufiges Missverständnis ist genau damit verbunden: Eine „schlankere“ THG-Bilanz ist nicht automatisch Ausdruck besserer Klimaleistung. Sie kann Ergebnis enger Bilanzgrenzen, geringer Datentiefe oder bewusst schlanker Erfassung sein. Umgekehrt spiegeln größere Bilanzen nicht zwingend schlechtere Klimaleistungen wider, sondern können höhere Transparenz und methodische Reife anzeigen.
„Die Ergebnisse sollen Stadtwerke ermutigen, sich intensiv mit der eigenen THG-Bilanz auseinanderzusetzen und Abweichungen im Vergleich zu den hier dargestellten Branchenwerten besser zu verstehen“, erklärt Lepping die Intention des ASEW-Benchmarkings. Für ASEW-Mitglieder steht eine ausführlichere Dokumentation der Analyse zum Download bereit. Ergänzend steht eine vertiefende Analyse zur Klimaperformance von Stadtwerken zur Verfügung, in der ausgewählte Kennzahlen detailliert ausgewertet und eingeordnet werden.
Stadtwerke, die das eigene Verständnis ausbauen und methodische Sicherheit in der THG-Bilanzierung gewinnen möchten, haben ab März erneut die Gelegenheit, eine Standard-konforme THG-Bilanz in ASEW-Begleitung zu erstellen. Im Rahmen einer Projektgruppe mit anderen Stadtwerken werden dabei gemeinsam methodische Fallstricke analysiert und der strategische Einsatz der THG-Bilanz nähergebracht.
Weitere Details zur Arbeit der ASEW sowie der Abteilung Klimaschutz und Nachhaltigkeit finden Sie unter www.asew.de.







