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Biomethan kann wesentlich zur Energiewende beitragen

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Autor: Redaktion

Biomethan kann wesentlich zur Energiewende beitragen

Aktuell verfügen nur 219 der insgesamt rund 9.200 Biogasanlagen in Deutschland über eine Aufbereitungsstufe, um das energiereiche Biomethan aus dem Biogas abzutrennen. Dementsprechend lag der Biomethananteil am Erdgasverbrauch hierzulande 2019 bei nur rund einem Prozent. Dabei könnte er weit höher sein: Das DBFZ hat in einer in 2019 veröffentlichten Studie „Effiziente Mikrobiomethanaufbereitungsanlagen (eMikroBGAA)" (FKZ: 22401615) Zahlen zu den Potenzialen tierischer Exkremente, Energiepflanzen, Stroh, Grünlandschnitt sowie kommunaler und industrieller, organischer Abfälle im Jahr 2030 vorgelegt. Werden diese Potenziale tatsächlich komplett für die Biogaserzeugung erschlossen und erhalten alle Biogasanlagen Zugang zu einer Biogasaufbereitungsstufe, lassen sich 35 Mrd. m³ Biomethan erzeugen und so fast 40 % unseres heutigen Erdgasverbrauchs decken. Allerdings lohnt sich eine Biogasaufbereitung bei einem Teil der Biogasanlagen wirtschaftlich nicht, da die Anlagen zu klein oder zu weit vom Gasnetz entfernt sind. Und ein Teil des Biomassepotenzials wird nicht zu heben sein, da es zu dezentral anfällt oder anderweitig genutzt wird. Unter Berücksichtigung dieser Einschränkungen liegt das realistisch erschließbare Potenzial niedriger, reicht aber immer noch aus, um etwa 9 bis 11,8 Mrd. m3 Biomethan zu erzeugen und damit etwa 10 bis 13 % des Gasverbrauchs zu decken. Zum Vergleich: Die Gaspipeline Nord Stream 2 soll bis zu 55 Mrd. m3 Erdgas pro Jahr nach Deutschland transportieren.
Das größte Biomassepotenzial sieht das DBFZ bis 2030 beim Schnitt vom Dauergrünland und bei den Energiepflanzen. Die DBFZ-Forscher schreiben den Trend zur geringeren Nutztierhaltung bzw. zur geringeren Weidehaltung fort; für das freiwerdende Dauergrünland wäre die Energieerzeugung eine sinnvolle Alternative, die helfen kann, diesen wertvollen Landschaftstyp zu erhalten. Was den Energiepflanzenanbau betrifft, muss dieser nicht automatisch „Mais“ bedeuten. Stattdessen könnten zunehmend auch biodiversitätsfördernde, bienenfreundliche und grundwasserschonende Dauerkulturen wie Wildblumen oder die Durchwachsene Silphie die Biomasse liefern.
Das neue, voraussichtlich zum 1. Oktober 2020 in Kraft tretende Gebäudeenergiegesetz (GEG) honoriert die Klimafreundlichkeit von Biomethan: Es setzt für das grüne Gas einen niedrigeren Primärenergiefaktor von 0,7 (Erdgas und Steinkohle: 1,1) bei Nutzung in einem Brennwertkessel und von 0,5 an, wenn die Verbrennung in einer hocheffizienten KWK-Anlage erfolgt. Niedrige Primärenergiefaktoren geben Bauherren mehr Spielraum, bei Neubau oder Sanierung vorgeschriebene Energiestandards einzuhalten und Fördermittel in Anspruch zu nehmen. Häuslebauer können mit dem Biomethaneinsatz in Brennwertkesseln außerdem ihre Nutzungspflicht erneuerbarer Energien erfüllen. Damit wurden die Rahmenbedingungen für Biomethan im Wärmesektor bereits deutlich verbessert. Auch die ab 2021 geltende CO2-Steuer des Bundes dürfte dem Energieträger Rückenwind verleihen. Erhält er auch auf der Erzeugungsseite noch Starthilfe, etwa durch die Förderung von Biogasaufbereitungsanlagen, könnte Biomethan beginnen, seine Potenziale bei der Wärme- und Mobilitätswende richtig auszuspielen. Zur Studie "Effiziente Mikrobiomethanaufbereitungsanlagen (eMikroBGAA)"

(Quelle: FNR)