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Gas kann gesicherte Leistung ersetzen

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Autor: Redaktion

Gas kann gesicherte Leistung ersetzen

Klar sei aber auch, dass die Klimaschutzziele 2030 nach Abschluss des Atomausstiegs 2022 nur mit neuer gesicherter Leistung erreicht werden könnten – vor allem aus klimafreundlichem Gas. Und auch nur dann, wenn rasch mit dem Umbau begonnen werde, so Riechel weiter. Da die Nutzung von Kohlekraftwerken weiterhin einen großen Anteil an der Stromerzeugung einnimmt, seien die Emissionen im Stromsektor trotz erheblicher finanzieller Förderungen der erneuerbaren Energien – derzeit rund € 29 Mrd. pro Jahr – seit der Jahrtausendwende kaum gesunken.
Ein Grund dafür ist die Systematik der Zuteilung der Emissionszertifikate. Durch das europaweite Emissionszertifikate-Handelssystem (EU ETS) erhalten Kohlekraftwerke doppelt so viele Treibhausgas-Zertifikate wie vergleichbare Gaskraftwerke. „Eine Lenkungswirkung des Emissionshandels findet daher nicht statt. Ein rascher Fuel-Switch von der Kohleverstromung zum verstärkten Einsatz von Gaskraftwerken würde dieses Dilemma ohne zusätzliche Kosten auflösen – ein gesamteuropäischer Konsens für eine effektive ETS-Reform wäre dafür nicht notwendig“, so Riechel.
Neben dem Erreichen der nationalen und internationalen Klimaschutzziele werde auch die Notwendigkeit der Sektorenkopplung als Schlüssel zu einem integrierten Energiesystem immer dringlicher – und damit einhergehend die Frage nach der Wirtschaftlichkeit der Energiewende. So zeigen aktuelle Studien, dass eine integrierte Strom- und Gasnetzplanung ab 2030/35 im Vergleich zu einer allumfassenden Elektrifizierung aller Verbrauchssektoren Einsparungen von weit mehr als € 10 Mrd. pro Jahr bringen kann.
„Power-to-Gas als zentrales Sektorenkopplungselement ist kein unwirtschaftlicher Luxus, bei dem es lediglich Wandlungsverluste gibt, sondern auf lange Sicht eine hochwirtschaftliche Energiewendetechnologie. Zudem dient sie der Versorgungssicherheit, denn zwei Infrastrukturen – Gas und Strom – sind eben besser als eine. Diese Einsparungen können jedoch nur greifen, wenn Power-to-Gas frühzeitig entwickelt wird. Der DVGW hat daher einen Vorschlag für ein Innovationsförderprogramm mit Fokus auf Power-to-X-Anwendungen im Mobilitätssektor initiiert“, sagte der DVGW-Präsident. Mitinitiatoren sind unter anderen Audi, Ontras, Uniper und der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellenverband.
„Im Zeitraum von 2019 bis 2027 sollen bei einem jährlichen Zubau von Power-to-X-Anlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 150 MW Anrechnungszertifikate im Gesamtwert von knapp € 1,1 Mrd. ausgegeben werden. Damit wären auf diesem Weg in Deutschland im Jahr 2027 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1,35 GW installiert“, so Riechel abschließend.
(Quelle: Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW))