Mehr als 100 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet waren angereist, um sich die Fachvorträge anzuhören, die Live-Demonstrationen zu sehen und die Präsentation der neu entwickelten Produkte, wie dem GMS 4400 Lidra und dem SL 5 Rinar, zu erleben. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem praxisnahen Erfahrungsaustausch zur Umsetzung der EU-Methanverordnung, die 2024 in Kraft getreten ist.
Kaum ein Thema bewegt die Gaswirtschaft derzeit so sehr wie die EU-Methanverordnung, die 2024 in Kraft getreten ist. Betreiber fossiler Energieinfrastrukturen sind seither verpflichtet, Methanemissionen regelmäßig zu messen, zu dokumentieren und Leckagen zeitnah zu beseitigen. Die daraus resultierenden Anforderungen an Netzbetreiber sind erheblich – sowohl technisch als auch organisatorisch. Ohne innovative Messtechnik und modernisierte Verfahren ist ein regelkonformer Betrieb künftig kaum mehr realisierbar.
Technologietransfer und offener Diskurs
Bereits zur Begrüßung betonte Geschäftsführer Volker Heimburger, dass der offene Austausch im Vordergrund stehe: „Wir präsentieren heute nicht nur unser eigenes LDEM-System, sondern wollen den Dialog über alle derzeit am Markt verfügbaren Technologien anstoßen – unabhängig vom Anbieter.“
Diesem Anspruch wurde die Veranstaltung gerecht, denn unter den Teilnehmern befanden sich auch Anwender anderer Systeme, deren Technik ebenfalls diskutiert wurde. Besonders praxisnah war der Vortrag des Dienstleistungsunternehmens Berkenbusch aus Saarbrücken. In seinem operativen Betrieb setzt das Unternehmen Geräte von mehreren Herstellern ein, darunter drei Einheiten des LDEM 2000 von Schütz und ein weiteres System. Der Erfahrungsaustausch stand somit im Zentrum der Veranstaltung.
Wissenschaftlich fundierte Einordnung
Ein Schwerpunkt des fachlichen Teils der Hausmesse war der Vortrag von Dr. Johannes Herbst vom Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM. Er hat maßgeblich an der Entwicklung des LDEM 2000 mitgewirkt. Er erläuterte die Messprinzipien unterschiedlicher Technologien zur Emissionsdetektion: die Cavity Ring-Down Spectroscopy (CRDS), die bei mehreren Systemen zum Einsatz kommt, sowie die neuartige Infrarotmesstechnik mit Druckresonanz von Schütz.
Dr. Herbst stellte die Unterschiede in Messsicherheit, Reaktionszeit, Nachweisgrenze und praktischer Einsatzfähigkeit vergleichend dar und bot so eine Hilfestellung für Netzbetreiber, die vor Investitionsentscheidungen stehen.
Zwei Produktneuheiten im Zentrum
Besonderes Interesse weckten zwei neu entwickelte Produkte aus dem Hause Schütz. Das mobile Gasmessgerät GMS 4400 Lidra bietet höchste Sensitivität für die Überwachung von oberirdischen Gasrohrnetzen. Mit einer Nachweisgrenze von 0,1 ppm und der Fähigkeit, Methan (CH₄) und Ethan (C₂H₆) zu detektieren, erfüllt es auch alle kommenden Anforderungen der EU-Methanverordnung. Das auf moderner Infrarot-Lasertechnologie basierende Gerät ermöglicht eine präzise Quellenzuordnung und Emissionsklassifizierung. Diese extrem hohe Empfindlichkeit, gepaart mit der selektiven Messung von Methan und Ethan, macht es zum idealen Messgerät zur Validierung bei der fahrzeuggestützten Rohnetzkontrolle und der klassischen Kontrolle zu Fuß.
Das ebenfalls neu entwickelte, handgeführte Laser-Lecksuchgerät SL 5 Rinar ist für die Messung über größere Messdistanzen ausgelegt. Durch die bevorstehende Zertifizierung nach DVGW G 465-4-6 eignet es sich insbesondere für die Prüfung einsehbarer und nicht begehbarer Hausanschlussleitungen. Es stellt eine praktische Ergänzung für die Rohnetzkontrolle dar und minimiert das Problem nicht begehbarer Hausanschlüsse.

Besonders beliebt bei den Teilnehmern waren Probefahrten mit geländegängigen Quads auf präparierten Teststrecken. Bildquelle: Schütz GmbH Messtechnik
Live-Demonstrationen und Testfahrten
Neben Fachvorträgen und Produktpräsentationen stand die Live-Erprobung im Vordergrund. In vorbereiteten Parcours konnten die Besucher fahrzeuggestützte Messsysteme für Emissionsmessung und Rohnetzkontrolle unter realistischen Bedingungen testen, darunter das LDEM 2000 auf Quad, SUV und PKW. Auch die neuen Handgeräte standen für Praxistests zur Verfügung.
Für das leibliche Wohl war gesorgt, sodass neben der fachlichen Information auch der persönliche Austausch und das Networking nicht zu kurz kamen.
Schütz Messtechnik hat bereits angekündigt, die Veranstaltung auch im Jahr 2026 wieder durchzuführen – dann möglicherweise mit erweitertem Fachforum und stärkerem internationalen Fokus.
(Quelle: Schütz Messtechnik/2025)







