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BOMAT-Wärmetauscher ergänzen BHKW in Kläranlage Tübingen

Um die Klärgasverstromung der Kläranlage Tübingen effizienter zu gestalten, wurden ein drittes BHKW sowie eine Wärmepumpe installiert.

von | 27.05.26

In der Seitenansicht der Profitherm-Wärmetauscher wird die abgasseitige Anbindung deutlich Bild: IBS Ingenieurgesellschaft mbH, Bietigheim-Bissingen

Einen wichtigen Baustein dieser Ergänzung bilden Wärmetauscher von BOMAT, einer Tochtergesellschaft der Raab-Gruppe. Durch die Vergrößerung der Anlage werden inzwischen das Tübinger Quartier Alte Weberei sowie das benachbarte Queck-Areal sicher mit Wärme versorgt.

Das 2015 fertiggestellte Quartier Alte Weberei im Tübinger Stadtteil Lustnau erhält seitdem seine Wärme aus der Kläranlage, die auf der anderen Neckarseite nahe gelegen ist. Zur Effizienzsteigerung und Anbindung des Queck-Areals hat man die Anlage Ende 2025 mit einem Jenbacher-Motor des Typs JMS 312F ausgebaut. Er erbringt 470 kW elektrische und 550 kW thermische Leistung. Dieses BHKW ist mit zwei Brennwert-Abgas-Wärmetauschern von BOMAT ausgestattet, die im Abgas parallel eingebunden sind. Um die Energieausbeute signifikant zu erhöhen, wird der modulare Profitherm eingesetzt.

Ungewöhnlicher Systemaufbau

Die beiden Geräte sind abgasseitig zusammengeschlossen. Üblicherweise liefern sie die dem Abgas entzogene Wärme auf einen einzigen Heizkreis. In der Kläranlage in Tübingen sind die Module jedoch unterschiedlich hydraulisch angebunden: Die oberen zwei Einschübe jedes Geräts sind verknüpft und schicken die Wärme in den Rücklauf. Es handelt sich um die klassische Rücklauftemperaturanhebung. Der untere Einschub beider Wärmetauscher speist den Quellenkreis der ebenfalls neu hinzugekommenen Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Statt Grundwasser mit einer Temperatur von 10-12 °C kann sie jetzt ca. 25 °C warmes Wasser nutzen, was bei Wassertemperaturen von 55/65 °C auf der Senkenseite zu einem COP von 4 führt. Genau diese Flexibilität in der Anwendung zeichnet die BOMAT-Wärmetauscher aus.

Jeder Profitherm-Wärmetauscher weist jeweils drei Einschübe auf, die mit 64 Kunststoffrohren ausgestattet sind. Diese Rohre, die aus Spezialkunststoffen mit Grafitanteil bestehen, zeichnen sich durch sehr gute Wärmeleitfähigkeit und extrem lange Lebensdauer aus. Bei der Wahl der Wärmetauscher war wichtig, Material einzusetzen, das gegen schweflige Säure resistent ist. Dies kann bei Klärgas im Abgas enthalten sein.

Die Brennwerttechnik erbringt einen zusätzlichen Vorteil: Sie kühlt das Abgas bis zur Kondensation ab. Auf diese Weise lässt sich die im Abgas enthaltene Energie nahezu komplett gewinnen. Aufgrund der BOMAT-Brennwert-Abgaswärmetauscher erhöht sich die thermische Leistung der Gesamtanlage um rund 100 kW. Bei einer BHKW-Laufzeit von ca. 7.000 Stunden im Jahr liefern die Geräte ein zusätzliches Plus von 700.000 kWh an Wärme. Außerdem ist damit eine CO2-Einsparung verbunden.

 

 

(Quelle: Bomat/Raab Gruppe/2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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