Generic filters
FS Logoi

Gründer des Instituts für Rohrleitungsbau (iro) Prof. Joachim Lenz verstorben

Die Nachricht vom Tod von Prof. Lenz, dem Gründer des Instituts für Rohrleitungsbau an der damaligen Fachhochschule Oldenburg (heute Jade Hochschule), erfüllt uns mit tiefer Trauer. Mit ihm verlieren die Hochschule, die Stadt Oldenburg und eine große Fachgemeinschaft einen außergewöhnlichen Menschen, Wissenschaftler und Brückenbauer zwischen Kulturen.

von | 14.11.25

Foto: iro

Prof. Lenz wurde 1938 in Berlin geboren und studierte dort von 1957 bis 1965 Bauingenieurwesen. Als Wasserbauingenieur war er von 1965 bis 1980 zunächst in einem renommierten Ingenieurbüro in Deutschland, dann weltweit tätig, insbesondere in Südamerika und Afrika, wo er zahlreiche Trinkwasserprojekte betreute. Im Jahr 1980 folgte er dem Ruf an die Fachhochschule Oldenburg und lehrte dort über zwei Jahrzehnte Siedlungswasserwirtschaft – mit großer Leidenschaft, fachlicher Tiefe und einem unerschütterlichen Glauben an die Bedeutung des offenen Austauschs zwischen Wissenschaft und Praxis.

Mit großem Weitblick gründete Prof. Lenz 1988 das Institut für Rohrleitungsbau (iro). Seine Idee war es, den verborgenen Lebensadern einer modernen Gesellschaft – den unterirdischen Infrastrukturen – eine Plattform zu geben: für den Dialog zwischen Hochschule und Wirtschaft, zwischen Forschung und Anwendung. Diese Idee prägt das iro bis heute und ist Grundlage seiner lebendigen Gemeinschaft. Die heute größte von ihm initiierte Veranstaltung, das Oldenburger Rohrleitungsforum, findet einmal im Jahr in den Weser – Ems – Hallen statt und ist für mehrere tausend Fachleute aus der Wasser- und Energiebranche zu einer wichtigen Leitmesse geworden.

Sein Wirken reichte weit über die Ingenieurwissenschaft hinaus. Nach seiner Pensionierung im Jahr 2003 widmete er sich mit unermüdlichem Engagement einem Herzensanliegen: dem Austausch junger Ingenieurinnen und Ingenieure in einem zusammenwachsenden Europa. Aus seiner Überzeugung, dass „ein dauerhaft friedliches Zusammenleben von Menschen in einer intakten Umwelt nur zu erreichen ist, wenn der Austausch von Ideen und Gedanken multilateral und über Grenzen hinweg gelingt“, entstand die Prof.-Lenz-Stiftung zur Förderung der Fort- und Weiterbildung ausländischer Hochschulabsolventinnen und -absolventen.

Diese Stiftung, die ihm von Mitgliedern und Freunden des iro zu seiner Pensionierung „in die Hand gelegt“ wurde, ermöglichte seither zahlreichen jungen Ingenieurinnen und Ingenieuren aus Mittel- und Osteuropa ein Praktikum in Deutschland. Viele von ihnen haben hier nicht nur berufliche Kenntnisse vertieft, sondern auch Freundschaften geschlossen und Brücken des Verständnisses gebaut, die bis heute tragen.

Für sein vielfältiges Engagement erhielt Prof. Lenz Auszeichnungen, darunter als Erster den „Oldenburger Bullen“ der Stadt Oldenburg – eine Ehrung, die Persönlichkeiten vorbehalten ist, die Wirtschaft und Wissenschaft in besonderer Weise verbunden und die Stadt über ihre Grenzen hinaus bekannt gemacht haben.

Prof. Lenz war ein Mensch, der überzeugt war, dass Fortschritt dort entsteht, wo Menschen einander zuhören, Argumente austauschen und Perspektiven teilen. Seine Menschlichkeit, die Kunst auch komplexe Dinge im Zusammenhang zu sehen und seine so oft geradezu verblüffende Weitsicht werden uns fehlen – sein Erbe aber bleibt lebendig: im iro, in der Stiftung und in den vielen Menschen, die er inspiriert und geprägt hat.

Wir trauern um einen Lehrer, Gründer und europäischen Humanisten.

Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.

 

Im Namen des Instituts für Rohrleitungsbau Oldenburg (iro)

und der Prof.-Lenz-Stiftung

 

 

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer das neuste in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Gebäudemodernisierungsgesetz: Pragmatismus für Wärmewende
Gebäudemodernisierungsgesetz: Pragmatismus für Wärmewende

Das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) kann aus Sicht des Verbands Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft den Weg für den Einsatz grüner Gase wie Biomethan oder Wasserstoff in der Wärmewende ebnen. Anlässlich der aktuellen Kabinettsbefassung stellte der Verband klar, dass es gerade im Gebäudebestand in Verbindung mit Biomethan und neuen Technologien wie der Hybridheizung zusätzliche Handlungsoptionen eröffnet. Wie Grüngasquote und Bio-Treppe in der Praxis zusammenspielen sollen, bleibt allerdings bislang unklar.

mehr lesen
Wasserstoff: EWE vergibt Großauftrag an Bilfinger
Wasserstoff: EWE vergibt Großauftrag an Bilfinger

EWE treibt den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft weiter voran: Für die 320-Megawatt-Wasserstoff-Erzeugungsanlage in Emden hat das Unternehmen den Industriedienstleister Bilfinger mit Stahlbau, Rohrleitungs- sowie Komponentenmontage beauftragt. Der Auftrag zählt zu den größten im Gesamtprojekt „Clean Hydrogen Coastline“ und ist nach der Beauftragung für Elektrolyse, Verdichter und Bauleistungen das letzte wesentliche Vergabepaket.

mehr lesen
Elektrolyse-Testanlage von Sunfire für BASF
Elektrolyse-Testanlage von Sunfire für BASF

Der Industriepark Lausitz in Schwarzheide setzt seinen Wachstumskurs fort und gewinnt mit Sunfire einen weiteren innovationsstarken Partner. Das Dresdner Wasserstoff-Unternehmen wird im Industriepark eine Testanlage zur weiteren Validierung seiner Hochtemperatur-Elektrolyse-Technologie (SOEC) errichten. Die Inbetriebnahme ist für Ende dieses Jahres geplant. Ziel ist es, weitere Praxiserfahrungen für den Einsatz in industriellen Großprojekten zu gewinnen.

mehr lesen
Fokus Gasnetze & Gasspeicher
Fokus Gasnetze & Gasspeicher

Passend zum Schwerpunktthema “Gasnetze & Gasspeicher” der gwf Gas + Energie, Ausgabe 5/26, präsentieren Unternehmen in einem Sonderteil neue Entwicklungen, praktische Lösungen und aktuelle Techniken anhand von Kurzbeiträgen.

mehr lesen
Stapel Probeabo Gas

Sie möchten unser Magazin testen?

Bestellen Sie das kostenlose Probeheft!

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Gas + Energie kostenlos und unverbindlich zur Probe!