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TÜV Rheinland: Neues Zertifizierungsprogramm für Wasserstoff

Wasserstoff ist in der Herstellung sehr energieintensiv. Die CO2-freie Erzeugung ist deshalb wesentlich für einen sinnvollen Beitrag zu Klima- und Umweltschutz. Strategien der zukünftigen Wasserstoffnutzung wie die der Bundesregierung zielen darauf ab, den Ausbau von klimaneutralem Wasserstoff zu stärken. Je nach Herstellungsverfahren gibt es dann Klassifizierungen in Farben wie grün, blau oder türkis. Damit Wasserstoff […]

von | 22.07.21

Wasserstoff ist in der Herstellung sehr energieintensiv. Die CO2-freie Erzeugung ist deshalb wesentlich für einen sinnvollen Beitrag zu Klima- und Umweltschutz. Strategien der zukünftigen Wasserstoffnutzung wie die der Bundesregierung zielen darauf ab, den Ausbau von klimaneutralem Wasserstoff zu stärken. Je nach Herstellungsverfahren gibt es dann Klassifizierungen in Farben wie grün, blau oder türkis. Damit Wasserstoff als klimaneutral bezeichnet werden darf, muss er in der Lieferkette frei von CO2-Lasten sein.

Entlang der gesamten Wasserstoff-Lieferkette gibt es Möglichkeiten, den CO2-Gehalt gering zu halten oder zu kompensieren. Daher betrachten die Fachleute bei der Zertifizierung den Gestehungsprozess vom Anfang bis zur Anwendung. Dazu zählen beispielsweise

  • Herstellungsarten (z.B. Elektrolyse, Dampfreformierung, Chlor-Alkali-Verfahren),
  • Transportmethoden (z.B. Gasleitungen/Pipelines, Wasserstofftanks) oder
  • Anwendungen des Wasserstoffs (z.B. Mobilität, CO2-arme Produktion in der Industrie, Erzeugung von Strom und Wärme).

Zur Dokumentation der Zertifizierungen vergibt TÜV Rheinland verschiedene Prüfzeichen. Diese weisen den Umfang der erfolgreichen Überprüfungen aus und werden jährlich durch Audits überwacht, um ihre Gültigkeit zu behalten. Der Prüfumfang „Klimaneutraler Wasserstoff und „Regelmäßige Überwachung ist dabei die Basisvariante. Ist das Herstellungsverfahren des klimaneutralen Wasserstoffs eine Elektrolyse von Wasser und wird für diese Elektrolyse ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien verwendet, so wird das Prüfzeichen mit dem zusätzlichen Hinweis „Grüner Wasserstoff“ vergeben. Anders beim „Blauen Wasserstoff“: Hierbei wird das bei der Herstellung des Wasserstoffs entstehende CO2 langfristig sicher eingelagert (Carbon Capture and Storage/ CCS). Zusätzlich besteht die Möglichkeit, den klimaneutralen Wasserstoff mit den Anforderungen von erneuerbaren Energieträgern in der zukunftsweisenden Renewable Energy Directive EU 2018/2001 („RED II“) zu bewerten. Mit der freiwilligen unabhängigen Überprüfung und Zertifizierung durch Fachleute dokumentieren Unternehmen innerhalb der Wasserstoffwirtschaft glaubwürdig die Möglichkeiten einer Energieversorgung mit umweltschonenden Produkten.

Das Engagement im Rahmen des neuen Zertifizierungsprogramms ist Teil einer breit angelegten internationalen Kompetenzkampagne von TÜV Rheinland. Die Vorteile von Wasserstoff werden aktuell in vielen Branchen und Ländern gesehen und treiben die Technologieentwicklung schnell voran. TÜV Rheinland hat seine Leistungen rund um Wasserstoff in der Produktion, Speicherung, bei Transport und Verteilung, Anwendung und Nutzung in verschiedenen Branchen sowie in der Zertifizierung gebündelt. Dazu hat TÜV Rheinland weit über 50 Fachleute aus allen Bereichen in einem globalen Kompetenzzentrum zusammengeführt. Die Gründung des TÜV Rheinland Hydrogen Competence Centers ist als Startpunkt für die weitere Entwicklung von Leistungen für die Industrie in allen Geschäftsbereichen von TÜV Rheinland zu sehen: von der Industrieprüfung über Mobilitätsanwendungen, Produktprüfung, Systemzertifizierungen sowie Training, Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit.

(Quelle: Tüv Rheinland/2021)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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