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Swiss Steel Group testet Wasserstoff als Erdgas-Ersatz

Swiss Steel Group untersucht im EU-Projekt HYDREAMS den industriellen Einsatz von Wasserstoff in der thermischen Stahlbehandlung. Erste Versuche an 13 Stahlgüten zeigen keine negativen Auswirkungen auf die Materialqualität. Bis 2026 sollen drei Industrieanlagen die praktische Umsetzung demonstrieren.

von | 25.08.25

Bild: Swiss Steel Group
Bild: Swiss Steel Group
Swiss Steel Group

Swiss Steel Group veröffentlichte am 15. August erste Ergebnisse aus dem EU-geförderten Forschungsprojekt HYDREAMS zur Substitution von Erdgas durch Wasserstoff in thermischen Stahlbehandlungsverfahren. Die durchgeführten Tests an 13 verschiedenen Stahlqualitäten ergaben keine strukturellen Veränderungen oder Beeinträchtigungen der chemischen Zusammensetzung.

Das seit April 2023 laufende Projekt untersucht systematisch die Auswirkungen der Wasserstoffverbrennung auf verschiedene Stahlgüten unter Einsatz von zwei Ofentypen (Heiz- und Glühöfen) sowie verschiedenen Brennersystemen (Impuls- und Flammenbrenner). Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um die erste umfassende Untersuchung dieser Art in der Branche.

Die Forschungsaktivitäten sind Teil der Nachhaltigkeitsstrategie der Unternehmensgruppe. Die Tochtergesellschaft Ugitech unterzeichnete im April 2024 ein Memorandum of Understanding mit dem Wasserstoffproduzenten Lhyfe für den Bau einer Elektrolyseanlage am französischen Standort Ugine mit einer geplanten Kapazität von bis zu zwölf Tonnen täglich.

Technische Parameter im Vergleich

Das Projekt analysiert systematisch die unterschiedlichen Eigenschaften von Erdgas und Wasserstoff, insbesondere Flammengeschwindigkeit, Strahlungsintensität und Abgaszusammensetzung. Diese Parameter können direkte Auswirkungen auf die Stahlqualität und die Anlagentechnik haben.

“Der Ersatz von Erdgas durch Wasserstoff in der thermischen Bearbeitung ist technologisch noch nicht ausgereift und weist potenzielle Risiken auf – darunter eine mögliche Erhöhung der NOx-Emissionen sowie potenzielle Auswirkungen auf die Stahlqualität und die Lebensdauer der Feuerfestmaterialien in den Öfen”, erläutert Laurent Sieye, Sustainability Manager bei Ugitech.

Drei Demonstrationsanlagen geplant

Der Schweizer Stahlproduzent plant die Umsetzung von drei industriellen Demonstratoren für unterschiedliche Heizprozesse und Produktkategorien (Blooms, Schmiedebarren und Coils). Der erste Demonstrator (DEMO 3) nahm im März 2025 den Betrieb auf, erste Versuche mit Blooms sind für den Sommer vorgesehen. DEMO 1 und DEMO 2 werden 2026 in Betrieb gehen.

Das Projektdesign umfasst mehrere Entwicklungsphasen: Laborversuche in Pilotöfen, CFD-Simulationen, Ofenmodellierungen und industrielle Demonstrationstests. Parallel entwickelt Ugitech die kommerzielle Wasserstoffnutzung am Standort Ugine, wo jährlich etwa 200.000 Tonnen Stahl produziert werden. Der geplante Einsatz von grünem Wasserstoff soll eine Reduktion von 16.000 Tonnen CO₂ pro Jahr ermöglichen.

Neben den technischen Untersuchungen erstellen die Projektpartner Sicherheitsbewertungen, Lebenszyklusanalysen und Kostenanalysen. Swiss Steel Group betrachtet die Wasserstoff-Technologie als Alternative zur elektrischen Beheizung, die bei bestimmten Anwendungen technische Limitierungen aufweist. Nach Unternehmensangaben verursacht die Stahlindustrie etwa acht Prozent der globalen CO₂-Emissionen.

(Quelle: Swiss Steel Group/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Induktionsanlage der Swiss Steel Group: Das Unternehmen erforscht Wasserstoff als Alternative zu Erdgas in thermischen Prozessen

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