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Stadtwerke Pforzheim projektieren Klärgas-betriebenes BHKW

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Autor: Redaktion

Stadtwerke Pforzheim projektieren Klärgas-betriebenes BHKW
SWP/Sebastian Seibel

Mit einem geplanten Investitionsvolumen von insgesamt rund 1,5 Mio. €, verteilt über den angedachten Projektzeitraum von etwa eineinhalb Jahren, wollen sich die SWP in Sachen Erneuerbare Energien noch breiter aufstellen und durch ein neues Blockheizkraftwerk die regional anfallende Energiequelle Klärgas effektiver nutzen.

Für die Stadtwerke Pforzheim (SWP) sind die klimaneutralen Gase schon länger ein wichtiges Strategiethema. Mit dem Ausstieg aus der Kohleverbrennung und der Einweihung der neuen Gasmotoren im Heizkraftwerk am Enzauenpark haben die SWP den Grundstein für die CO2-neutrale Wärmeversorgung der Stadt gelegt: Denn die Gasmotoren, die den bereits bestehenden Biomasseblock zu Spitzenlastzeiten unterstützen können, wandeln durch die Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung das eingesetzte Gas in Wärme und Strom um. Mit einem Wirkungsgrad von bis zu 96 %. Dabei ist es unabhängig, ob das eingesetzte Gas nun fossiler Herkunft ist, aus Biomasse gewonnen wird oder durch Power-2-Gas-Technologie erzeugt wurde.

Mit einem neuen Projekt wollen die SWP nun die Sektorenkopplung weiter vorantreiben und die Wärme- und Stromversorgung in Pforzheim ganzheitlich denken: Mit einem neuen Blockheizkraftwerk – einem Heizkraftwerk in Kleinformat, das ebenfalls durch den Einsatz der hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplung sowohl Strom als auch Wärme erzeugt – soll der Standort am Heizkraftwerk noch in diesem Jahr weiter ausgebaut und das in der Kläranlage anfallende Gas genutzt werden. Dies fand bislang ergänzend Verwendung im HKW – nun soll es direkt in einem eigens dafür geplanten BHKW umgesetzt und somit für die Wärme- und Stromversorgung Pforzheims eingesetzt werden.

Neue Technologien für klimaneutrale Gase

Die im Klärwerk anfallenden Mengen an Klärgas, das, ähnlich wie Erdgas, zum Großteil aus Methan besteht, hat einen kurzen Weg: Nur etwa 700 Meter soll das neue BHKW vom Klärwerk entfernt sein. Die jährlich entstehenden etwa 1,5 Mio. m³ Klärgas, die bislang bereits ergänzend im HKW umgesetzt wurden, sollen zeitnah gezielt durch einen zukunftsfähigen Motor in Wärme und Strom umgewandelt werden. Die SWP rechnen mit einer Leistung von etwa 500 kWth und 500 kWel – also umgesetzte Wärme- bzw. elektrische Energie. Damit soll das Klärgas noch effizienter nutzbar gemacht werden. Ähnlich wie die Motoren im Heizkraftwerk soll das neu geplante BHKW zum Teil „Ready for H2“ sein, also auch eingespeisten Wasserstoff zu einem gewissen Prozentsatz nutzen können.

(Quelle: SWP/2022)