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Methan-Reporting: Zwischen Regulierungsdruck und unvollständiger Umsetzung

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat die ersten Methan-Berichte von Betreibern deutscher Öl- und Gasinfrastruktur ausgewertet und dabei erhebliche Mängel identifiziert.

von | 05.05.26

Matthias Schmittmann, Geschäftsführer von atmio

Nach Angaben der DUH hat etwa ein Drittel der rund 800 berichtspflichtigen Unternehmen für die Jahre 2024 und 2025 überhaupt keine Methan-Berichte eingereicht, während viele der vorliegenden Berichte unvollständig oder fehlerhaft sind. Gleichzeitig bestehen erhebliche Vollzugsdefizite: In zahlreichen Bundesländern sind zuständige Kontrollbehörden noch nicht benannt, und Sanktionen bei Verstößen werden bislang nicht umgesetzt.

Das Hamburger Unternehmen atmio nimmt dies zum Anlass, die Ergebnisse einzuordnen: Die Kritik der DUH und die damit verbundenen politischen Forderungen sind nachvollziehbar. Gleichwohl legen einzelne Aussagen – etwa die Einschätzung, nur sieben Betreiber seien regulatorisch konform – eine Datenbasis nahe, die zumindest hinterfragt werden darf. Allein im atmio-Kundenkreis erfüllen deutlich mehr Betreiber die geltenden Anforderungen vollständig – ein Beleg dafür, dass die Bereitschaft zur Konformität in der Branche real und konkret vorhanden ist. Unsere Kundenbasis zeigt täglich, dass regulatorische Anforderungen bei entsprechender Unterstützung und den richtigen Werkzeugen erfolgreich umgesetzt werden können.

„Die festgestellten Mängel überraschen uns nicht – sie sind in den meisten Fällen jedoch kein Zeichen fehlenden Willens“, sagt Matthias Schmittmann, Geschäftsführer von atmio. „Die EU-Methanverordnung ist ein ambitioniertes Regelwerk, dessen Durchführungsakte noch nicht vollständig vorliegen. Betreiber müssen bereits berichten, obwohl zentrale Anforderungen in Deutschland noch nicht abschließend definiert sind. Das ist eine strukturell schwierige Ausgangslage, mit der richtigen Unterstützung aber lösbar.“

Regulierung in der Umsetzungsphase – Lücken auf mehreren Ebenen

Die EU-Methanverordnung verpflichtet rund 800 deutsche Betreiber von LNG-Terminals, Gasnetzen und Gasspeichern zur systematischen Erfassung, Reduzierung und Berichterstattung von Methanemissionen. Gleichzeitig befindet sich die konkrete Ausgestaltung der Regulierung vielerorts noch in der Umsetzung: Fehlende oder nicht finalisierte Durchführungsakte erschweren eine vollständige und rechtssichere Umsetzung der Anforderungen.

Hinzu kommt, dass in einigen Bundesländern zuständige Behörden noch nicht eindeutig benannt sind, was die Orientierung für Betreiber zusätzlich erschwert. Auch bestehende Unterstützungsstrukturen innerhalb der Branche halten mit der Dynamik der Regulierung nicht überall Schritt.

„Solange klare Vorgaben und konsistente Sanktionsmechanismen fehlen, bleibt die Umsetzung in vielen Unternehmen hinter den Erwartungen zurück“, so Schmittmann. „Das ist kein dauerhaft tragfähiger Zustand – weder für die Unternehmen noch für die Erreichung der Klimaziele.“

Herausforderungen in der praktischen Umsetzung

Aus der täglichen Arbeit mit Betreibern weiß atmio, dass selbst Unternehmen mit ambitionierten Nachhaltigkeitszielen bei der konkreten Umsetzung der Berichtspflichten an Grenzen stoßen. Insbesondere dort, wo digitale Lösungen fehlen, sind Prozesse zur Lecksuche und Emissionserfassung häufig weiterhin manuell, punktuell und fehleranfällig.

„Die Mängel, die die DUH aufgezeigt hat, sind ein Symptom und kein Charakterurteil über eine Branche“, sagt Schmittmann. „Viele Betreiber sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Was fehlt, sind praxistaugliche Werkzeuge und klare Rahmenbedingungen.“

Compliance als lösbare Aufgabe

atmio entwickelt eine integrierte Plattform, die Detektion, Dokumentation und Berichterstattung von Methanemissionen in einer Lösung vereint. Durch die Kombination aus Sensorik, mobiler Anwendung und Cloud-basierter Datenverarbeitung können Inspektionen effizienter durchgeführt, Emissionen schneller identifiziert und Berichte regelkonform erstellt werden, auch vor dem Hintergrund sich weiterentwickelnder regulatorischer Anforderungen.

„Die Technologie ist vorhanden, die regulatorischen Ziele sind klar – jetzt kommt es auf die konsequente Umsetzung an“, so Schmittmann. „Politik und Branche sind gleichermaßen gefordert, die notwendigen Rahmenbedingungen und Investitionen voranzutreiben. Wer jetzt handelt, schützt nicht nur das Klima, sondern stärkt auch die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens.“

 

(Quelle: atmio/2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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