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Gasaggregate für neues Kraftwerk am methanhaltigen Kivusee in Ruanda

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Autor: Elisabeth Terplan

Gasaggregate für neues Kraftwerk am methanhaltigen Kivusee in Ruanda
Die ersten neun MWM Aggregate am Kivusee (Copyright: Global Power Systems)

Derzeit entsteht in der Nähe der Stadt Gisenyi am Kivusee in Ruanda eines der weltweit außergewöhnlichsten Projekte zur Energieversorgung. In dem rund 2.400 km² großen und 490 m tiefen See lagern große Mengen an Methan, die zur umweltfreundlichen Energieerzeugung genutzt werden können.

Seit 2019 entsteht hier eines der größten Kraftwerke Ruandas, mit dem das Land zukünftig große Teile seines Energiebedarfs decken wird. Herzstück des 76MW leistungsstarken Kraftwerks bilden 19 TCG 2032B V16 Gasaggregate der Marke MWM. Im Sommer 2020 wurden die ersten neun Aggregate geliefert, zehn weitere Aggregate werden im Frühjahr 2021 ausgeliefert. Anfang 2022 wird das Kraftwerk ans Netz gehen und in einem ersten Schritt die Region mit Strom versorgen. Später wird das Kraftwerk einen bedeutenden Anteil an der Energieversorgung des gesamten ostafrikanischen Landes leisten.

Der gefährliche Schatz im Kivusee

Das Schweizer Wasserforschungs-Institut Eawag schätzt, dass 300 m³ Kohlendioxid und 60 m³ Methan in den Tiefen des Sees gelöst sind. Es besteht die ständige Gefahr, dass das Methan unkontrolliert an die Oberfläche gelangt und verheerende Auswirkungen hat. Darüber hinaus würde die Freisetzung von Methan den Klimawandel beschleunigen. Die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen schätzt, dass Methan über einen Zeitraum von 100 Jahren ein 21-mal höheres Risikopotenzial für die globale Erwärmung hat als Kohlendioxid. Leistungsstarke und effiziente Gasmotoren können jedoch das farb- und geruchlose Gas in elektrische Energie umwandeln und gleichzeitig die potenziellen Gefahren für die Umwelt abwenden.

Das in den Tiefen des Sees gelagerte Gas-Wasser-Gemisch wird über Rohre an die Oberfläche transportiert. Während das Kohlendioxid zurück in die Tiefe geleitet wird, wird das Methan in Waschtürmen gereinigt, um die Qualität des Gases zu erhöhen und mehr elektrische Energie zu gewinnen. Nach Schätzungen reicht die Methanmenge um Ruanda bis zu 50 Jahre lang mit Energie zu versorgen.

 

(Quelle: Caterpillar Energy Solutions)