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evm-Gruppe schließt Wasserstoff-Pilotprojekt in Koblenz-Kesselheim ab

Die Unternehmensgruppe Energieversorgung Mittelrhein (evm-Gruppe) hat ihr Wasserstoff-Pilotprojekt in Koblenz-Kesselheim und im angrenzenden Industriegebiet Rheinhafen erfolgreich abgeschlossen.

von | 12.03.26

Teile des Netzgebiets von Kesselheim, Wallersheim und des Rheinhafens dienten als Pilotgebiet für einen möglichen Einsatz von Wasserstoff im Gasnetz der evm-Gruppe. Es vereint eine hohe Anschlussdichte, unterschiedliche Druckstufen und eine Mischung aus Haushalten und Industrie Foto: © Niklas Oster/evm

„Ziel war es, die Wasserstofftauglichkeit zu untersuchen und daraus belastbare Erkenntnisse für die zukünftige Entwicklung der Gasversorgung zu gewinnen”, sagt Tobias Eberhardt, Projektleiter der Energienetze Mittelrhein (enm), die das Projekt in der evm-Gruppe verantwortet. Neben dieser technischen Fragestellung interessierte auch der wirtschaftliche Aspekt, also welche Aufwände für eine Umwidmung notwendig sind. Das Projekt lief über anderthalb Jahre und wurde in Zusammenarbeit mit der Thüga aus München durchgeführt. „Unser Auftrag als regionaler Netzbetreiber ist, die Versorgung von morgen frühzeitig zu planen und unsere Netze Schritt für Schritt vorzubereiten, sodass sie auch in Zukunft sicher, verlässlich und nachhaltig sind“, sagt Hendrik Majewski, technischer Geschäftsführer der enm.

Ein vielseitiges Teilgebiet als Prüfstand: Warum Kesselheim?

Für die Untersuchungen wählte die evm-Gruppe bewusst ein Teilgebiet aus, das als Blaupause für weitere Netzabschnitte dienen kann. Das Pilotgebiet liegt zwischen der A48, der B9 und Wallersheim im Norden von Koblenz und umfasst das Ortsnetz Kesselheim, Teile des Ortsnetzes Wallersheim sowie das Industriegebiet Rheinhafen. Die Wahl fiel auf dieses Gebiet, weil die Netzinfrastruktur besonders vielfältige Erkenntnisse ermöglicht: unter anderem eine hohe Anschlussdichte mit zahlreichen Haushalten und Unternehmen, die einen Gasanschluss haben, eine heterogene Netzinfrastruktur mit Hoch-, Mittel- und Niederdruckleitungen sowie eine Mischung aus Industrie mit hohem Energiebedarf und Haushaltskunden.

Das Vorgehen: Vier Phasen für klare Ergebnisse

Die Machbarkeitsstudie basierte zunächst auf einer umfassenden Bestandsaufnahme. Alle relevanten Daten aus dem Geografischen Informationssystem (GIS-Daten), digitalisierte Archivunterlagen und Informationen der technischen Netzbestandteile und -eigenschaften, wie Leitungen, Zähler und Gasdruckregelanlagen wurden zusammengetragen. Diese Daten bildeten dann in der nächsten Phase die Grundlage für die Bewertung der Wasserstofftauglichkeit, die ein externer Dienstleister vornahm.

Weiterhin entwickelten die Fachleute der evm-Gruppe gemeinsam mit Thüga-Experten verschiedene Zukunftsszenarien für das Gasnetz bis 2035/2040: eine vollständige Umstellung auf Wasserstoff, eine Teilumstellung nur auf Hochdruckebene sowie ein Mischszenario, bei dem vor allem große Industriekunden aber auch Haushalte berücksichtigt werden. In der abschließenden Phase wurden alle zuvor generierten Erkenntnisse zusammengetragen und ein Transformationspfad erarbeitet, der zeigt, wie das Netz schrittweise angepasst werden kann. Für das Pilotgebiet war das Ergebnis: Das Heraustrennen und Umwidmen eines Teilnetzes aus dem Erdgasgesamtnetz sind mit vertretbarem Aufwand möglich.

Wichtig ist dem Geschäftsführer, das Ergebnis des Pilotprojektes richtig einzuordnen, denn der Einsatz von Wasserstoff wird intensiv diskutiert. Hendrik Majewski: „Wir befinden uns weiterhin in einer frühen Phase der Transformation. Mit dem Projekt haben wir die technischen Grundlagen auf Basis realistischer, zukünftiger Bedarfe erarbeitet und gezeigt, dass eine Umwidmung bestehender Assets, wie Rohrleitungen, Schieber sowie Regel- und Messanlagen, grundsätzlich technisch möglich ist. Wie und wann eine tatsächliche Umstellung erfolgt, hängt nun maßgeblich vom Gelingen des übergreifenden Aufbaus einer Energieversorgung mit Wasserstoff, den regulatorischen Rahmenbedingungen und dem Ausbau der überregionalen Infrastruktur ab – Faktoren also, die weit über den Verantwortungsbereich der enm hinausgehen. Der erste große Schritt ist getan, doch der weitere Weg ist ein gemeinsamer Transformationsprozess vieler Akteure.“ Das Pilotprojekt liefere dazu konkrete Praxisdaten und helfe, differenziert und verantwortungsvoll zu planen.

 

 

(Quelle: evm/2026)

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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