Rund 50 Vertreter aus Industrie, Projektentwicklung und Forschung kommen zu einem dreitägigen Treffen zusammen, um konkrete Kooperationsprojekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Offshore- Erzeugung über Transport und Speicherung bis zur industriellen Nutzung erörtern.
Nigel Holmes, CEO von Hydrogen Scotland, begrüßt die deutschen Partner mit folgenden Worten: „Die aktuelle Reise markiert den Übergang von der strategischen Verständigung zur operativen Zusammenarbeit und einem breiteren Erfahrungsaustausch. Sie fällt zudem in eine Phase intensiver energiepolitischer Koordinierung zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich zum Ausbau des Grünen
Kraftwerks Nordsee.“Robert Seehawer, Geschäftsführer von AquaVentus, ordnet die Reise zudem als Weiterentwicklung des dritten Nordseegipfel ein, der Anfang des Jahres in Hamburg stattgefunden hat. Dort hätten die Staats- und Regierungschefs der Anrainerstaaten die Richtung klar vorgegeben und zugleich einen Arbeitsauftrag an Industrie und Projektentwickler formuliert. „Der 3. Nordseegipfel in Hamburg hat deutlich gemacht, dass die nächste Phase der Energiewende nicht mehr national gedacht werden kann. Die Politik hat uns aufgefordert, eine nachhaltige, kosteneffiziente und resiliente Umsetzung zu liefern. Das wollen wir hier tun und gehen davon aus, dass die Politik dann ihren Teil beiträgt“, so Seehawer.
Die Reise wurde u.a. von AquaVentus und dem Erneuerbaren Energien Cluster Hamburg organsiert und führte Vertreter von Bosch, Gascade (AquaDuctus-Pipeline), Aurubis oder dem Fraunhofer IWES mit Abgesandten der schottischen Regierung, Subsea7, Hydrogen Scotland, Deepsea Technologies oder Scottish Enterprise zusammen.
Ziel der Vereinbarung war es, Wasserstoffproduktion und -transport im Nordseeraum deutlich zu stärken und die Potentiale der gemeinsamen Infrastruktur und Erzeugungsprojekten besser zu nutzen. Die neuerliche Reise belegt die Fruchtbarkeit der Zusammenarbeit: Eine Offshore-Pipeline vom Vereinigten Königreich nach Deutschland wird immer konkreter. Die Pipeline wird Wasserstoff aus der zentralen Nordsee aufnehmen und an bestehende deutsche und britische Wasserstoffnetze anbinden. Beide
Netze werden bisher getrennt geplant und verbinden bestehende industrielle Knotenpunkte.
Weckruf für Deutschland
Für die deutsche Energiebranche ist der Blick nach Schottland auch ein Weckruf. Während in Deutschland derzeit intensiv über steigende Kosten für Offshore Netzanschlüsse und das hohe Investitionsvolumen des Netzentwicklungsplans diskutiert wird, setzt man in UK auf klare politische Leitplanken, verlässliche Ausschreibungsrunden und gezielte Förderinstrumente für Wasserstoff. Für AquaVentus ist die Schlussfolgerung eindeutig. Eine zügige Novelle des Windenergie auf See-Gesetzes, welche die Produktion von Offshore-Wasserstoff als eigenständige Planungskategorie verankert und kombinierte Anschlusskonzepte ermöglicht, ist nicht nur energiepolitisch sinnvoll. Sie ist Voraussetzung für industrielle Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und europäische Zusammenarbeit.
(Quelle: Aquaventus/2026)







