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Biogas statt Erdgas: Anlage in Sindelfingen nimmt Betrieb auf

Zwei Wochen nach der Einweihung der Vergärungsanlage in Leonberg ist der zweite Baustein des regionalen Bioabfallverwertungsprozesses fertiggestellt: Die Methanisierungsanlage auf der ehemaligen Kreismülldeponie Dachsklinge in Sindelfingen wurde offiziell in Betrieb genommen.

von | 16.03.26

Dionisis Papoutsogiannopoulos (Projektleiter der Anlage und Techn. Anlagen- und Regulierungsmanagement Stadtwerke Sindelfingen GmbH), Dr. Karl Peter Hoffmann (Geschäftsführer Stadtwerke Sindelfingen GmbH), Wiebke Höfer (neue Geschäftsführerin der Bioabfallverwertung Leonberg), Markus Kleemann (Oberbürgermeister Stadt Sindelfingen), Landrat Roland Bernhard, Wolfgang Bagin (bisheriger Geschäftsführer Bioabfallverwertung Leonberg), Parlamentarischer Staatssekretär im Umweltministerium Dr. Andre Baumann sowie Martin Wuttke (Erster Werkleiter AWB Böblingen) Quelle. SW Sindelfingen

Damit ist ein Leuchtturmprojekt im Landkreis Böblingen für Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz vollendet.

Die Anlage veredelt Rohbiogas aus der Leonberger Vergärungsanlage zu hochwertigem Biomethan mit über 97 % Reinheit. Über eine 3,3 km lange Leitung gelangt das Gas nach Sindelfingen, wo es mittels moderner Membrantechnologie aufbereitet und ins öffentliche Gasnetz eingespeist wird. Jährlich werden so rund 40.000 MWh grüne Energie erzeugt. Das bei der Trennung anfallende Kohlenstoffdioxid (CO2) wird verflüssigt und als Wertstoff in Lebensmittelqualität vermarktet – rund 5.000 t pro Jahr.

Landrat Roland Bernhard betonte die strategische Bedeutung des Projekts angesichts der aktuellen geopolitischen Lage: „Der Iran-Konflikt verteuert Flüssiggaslieferungen und zeigt erneut, wie verwundbar Deutschland bei Energieimporten ist. Mit unserer regionalen Kreislaufwirtschaft machen wir uns ein Stück unabhängiger von ausländischen Gasproduzenten. Bioabfall fällt in den Landkreisen Böblingen und Esslingen an, wird in Leonberg und Sindelfingen verarbeitet und liefert Energie für Sindelfingen. Das ist gelebte Energiesouveränität und kommunale Verantwortung für Versorgungssicherheit.”

Dr. Karl Peter Hoffmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Sindelfingen, erläuterte die Einbindung ins städtische Energienetz: „Das Biomethan ersetzt fossiles Erdgas in unserem Netz und dient der klimafreundlichen Fernwärmeerzeugung. Mit diesem Projekt steigern wir den Anteil erneuerbarer Energien erheblich und reduzieren unsere Abhängigkeit von Erdgas. Das ist ein konkreter Beitrag zur Versorgungssicherheit für die Sindelfinger Haushalte.”

Die Methanisierungsanlage kostet knapp 8,0 Mio. € inkl. Gasleitung und CO2-Abscheidung. Sie ist Teil eines interkommunalen Verbundprojekts der Landkreise Böblingen und Esslingen und der Stadt Sindelfingen. Die Gesamtinvestition für Vergärungsanlage und Biogasaufbereitung beläuft sich auf rund 54 Mio. €. Beide Anlagen zusammen sparen jährlich rund 18.000 t CO2 ein – das entspricht dem Jahres-Fußabdruck von etwa 1.600 Menschen.

 

(Quelle: SW Sindelfingen/2026)

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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