Die badenovaWÄRMEPLUS, Tochtergesellschaft des größten Energieversorgers in Südbaden, hat ihre beiden Biogasanlagen in Eschbach und Neuried an Avrio Energie verkauft. Der Schritt ist laut Unternehmensangaben vom 29. August Teil einer strategischen Konsolidierung zur Fokussierung auf die Kernbereiche Windkraft, Photovoltaik, Geothermie und grüne Fernwärme.
badenova verfolgt das Ziel, bis 2035 klimaneutral zu werden und ein Gigawatt Erzeugungsleistung aus erneuerbaren Energien zu installieren. Davon sollen mindestens 400 MW aus neuen Windkraftanlagen in der Region stammen, rund 300 MW aus regionalen Photovoltaikanlagen und Speichern sowie rund 300 MW aus überregionalen Projekten.
Eschbach zählt zu den größten Anlagen der Region
Die Transaktion umfasst zwei etablierte Standorte in Baden-Württemberg. Die Anlage im Gewerbepark Eschbach zählt zu den größten ihrer Art in der Region und speist jährlich bis zu 60 GWh Biogas ins Erdgasnetz ein. Sie nutzt innovative Reststoffe aus der Landwirtschaft und wurde 2013 mit dem Umweltpreis „Deutschland – Land der Ideen” ausgezeichnet.
Die Anlage in Neuried erzeugt derzeit Strom in vier Blockheizkraftwerken (ca. 12 GWh/a) und soll künftig auf Biomethanproduktion umgerüstet werden, teilte badenova mit.
„Die Übergabe der Biogasanlagen an Avrio Energie ist ein strategischer Schritt in diesem Prozess: Sie schafft Freiräume für gezielte Investitionen im Kerngeschäft und stellt gleichzeitig sicher, dass die Biogasanlagen in einem spezialisierten Umfeld weiter ausgebaut werden”, erklärte Vorstand Dirk Sattur.
Verdopplung der Produktionskapazität bei Avrio
Avrio Energie betreibt bislang zwei Standorte in Thüringen und produziert jährlich rund 63 GWh Biomethan sowie 20 GWh Strom. Mit den beiden neuen Standorten verdoppelt das Unternehmen seine Produktionskapazität und etabliert ein Biogasanlagen-Cluster im süddeutschen Raum.
„Wir freuen uns über die Erweiterung unseres Portfolios und unsere neuen Mitarbeitenden in Südbaden. Die etablierte und gute Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft in der Region sowie den Behörden werden wir selbstverständlich bei der Weiterentwicklung der Anlagen fortsetzen”, betonte Felix Becker, Geschäftsführer von Avrio Energie.
Geplant sind umfassende Investitionen in die Modernisierung und Effizienzsteigerung. Die Mitarbeitenden an beiden Standorten will Avrio übernehmen. Auch nach der Übergabe bleibt eine Verbindung bestehen: badenova wird das in den Anlagen produzierte Biomethan weiterhin für die Versorgung ihrer Blockheizkraftwerke und Fernwärmekunden nutzen.







