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Norddeutsche Salzlagerstätten als Wasserstoffspeicher

Um Schwankungen in der Stromerzeugung auszugleichen und den Energieaustausch zwischen Wirtschaftssektoren zu ermöglichen, kann der Energieträger Wasserstoff in einem zukünftigen Energiesystem eine entscheidende Rolle spielen. Um diesen dann auch über Monate und in großen Mengen zu speichern, gelten unterirdische Salzkavernen und als die vielversprechendste Speicheroption. Wie groß ihr Speicherpotenzial in Europa ist, hat ein Team von RWTH Aachen, Forschungszentrum Jülich und Fraunhofer IEG in einer Studie im Fachmagazin „International Journal o f Hydrogen Energy“ beleuchtet.

von | 19.11.20

In Salzgesteine lassen sich relativ einfach große und stabile Kavernen bauen, wie diese in der Salzmine Salina Slănic in Rumanien. Kavernen könnten als große Speichertanks für Wasserstoff aus erneuerbaren Energien dienen. © Dan Tamas/Janos Urai

In der Studie werden die Speicherkapazitäten der einzelnen Kavernen auf der Grundlage der standortspezifischen geologischen Daten und thermodynamischer Randbedingungen geschätzt.
Das gesamte Energiespeicherpotenzial in Form von Wasserstoff in Salzkavernen an Land als auch auf See schätzt das interdisziplinäre Team auf 84,8 Petawattstunden, wobei 23,2 Petawattstunden an Land liegen und 61, 6 Petawattstunden – also mehr als zwei Drittel – auf See. Auf Deutschland entfallen zusammen 35,7 Petawattstunden, davon 9,4 Petawattstunden an Land, zumeist in Norddeutschland. Im Vergleich dazu liegt das Potenzial für Pump-Wasserspeicherkraftwerke in Europa bei etwa 0,123 Petawattstunden. In Deutschland lag der Primärenergieverbrauch im Jahr 2018 bei rund 3,64 PWh.
Um das wirtschaftliche Potenzial der Salzspeicher abzuschätzen, Bedarfs es weiterführender Energiesystemanalyse, die ökonomische und ökologische Aspekte sowie Energieprofile und Standorte mit hoher Energie-Nachfrage, mit hohem Energie-Angebot und hoher Speicherkapazität korreliert.

(Quelle: Fraunhofer IEG)

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