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Erneuerbares Erdgas aus Sonne und Wasser erzeugt in 1.000 m Tiefe

Die vielversprechenden Ergebnisse des Forschungsprojektes „Underground Sun Storage“ (2013-2017) sind die Basis für das nun startende Forschungsprojekt „Underground Sun Conversion“.

von | 07.03.17

In über 1.000 m Tiefe, dort wo vor Millionen von Jahren bereits natürliches Erdgas entstanden ist, kann jetzt durch einen von der RAG gezielt initiierten mikrobiologischen Prozess aus Wasserstoff und CO2 erneuerbares Erdgas natürlich und damit umweltfreundlich erzeugt werden.
Ziel des Forschungsprojektes ist die Erforschung von Grundlagen, um in Zukunft große Mengen von erneuerbarem Erdgas produzieren und umweltfreundlich in natürlichen Lagerstätten speichern zu können. Damit soll die benötige Flexibilität im Umgang mit erneuerbaren Energieträgern geschaffen werden.
Das Forschungsprojekt „Underground Sun Storage“ zur Speicherung von Wind und Sonnenenergie in natürlichen Erdgaslagerstätten wird fortgesetzt. Mit dem Folgeprojekt „Underground Sun Conversion“ soll es möglich werden, direkt in einer Erdgaslagerstätte Erdgas durch einen von der RAG gezielt initiierten mikrobiologischen Prozess natürlich zu „erzeugen“ und gleich dort zu speichern. Mit dieser Methode wird der natürliche Entstehungsprozess von Erdgas nachgebildet, aber gleichzeitig um Millionen von Jahre verkürzt.
Aus Sonnen- oder Windenergie und Wasser wird zunächst in einer oberirdischen Anlage Wasserstoff erzeugt. Gemeinsam mit CO2, das so einem nachhaltigen Kreislauf zugeführt wird, wird dieser Wasserstoff in eine vorhandene (Poren)Erdgaslagerstätte eingebracht. In über 1.000 m Tiefe wandeln natürlich vorhandene Mikroorganismen diese Stoffe in relativ kurzer Zeit in erneuerbares Erdgas um, welches anschließend dort in dieser Lagerstätte gespeichert, bei Bedarf entnommen und über die vorhandenen Leitungsnetze zum Verbraucher transportiert werden kann.
Diese Vorgangsweise hat drei Vorteile:

  • CO2-neutral / Kohlenstoff-Kreislauf: Erneuerbares Erdgas ist dann CO2-neutral, wenn vorhandenes CO2 (z. B. aus Biomasseverbrennung) genutzt und im „Produktions-Prozess“ gebunden wird. So entsteht ein Kohlenstoff-Kreislauf.
  • Erneuerbare Energien werden speicherbar: Die Stromgewinnung aus Sonnenenergie und Wind unterliegt wetterbedingten Schwankungen. Eine bedarfsorientierte Produktion ist daher nicht möglich. Das Problem der Speicherbarkeit von erneuerbaren Energien wird durch die Umwandlung in erneuerbares Erdgas gelöst.
  • Vorhandene Infrastruktur wird genutzt: Sowohl für den natürlichen Produktionsprozess als auch für die unterirdische Speicherung in natürlichen Erdgaslagerstätten und den umweltfreundlichen Transport zum Endverbraucher kann bereits vorhandene Infrastruktur genutzt werden.

Das Projekt wird im Rahmen des Energieforschungsprogrammes des österreichischen Klima- und Energiefonds mit € 4,9 Mio. als Leitprojekt gefördert. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf € 8 Mio.. Das österreichische Konsortium steht unter der Leitung der RAG. Projektpartner sind:

  • Montanuniversität Leoben
  • Universität für Bodenkultur Wien (Department IFA Tulln)
  • acib GmbH (Austrian Centre of Industrial Biotechnology)
  • Energieinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz
  • Axiom Angewandte Prozesstechnik GmbH.

Das Forschungsprojekt soll bis Ende 2020 abgeschlossen werden.
(Quelle: RAG Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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