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Von biogenen Reststoffen zu erneuerbarem Methan und grünem Wasserstoff: DBFZ nimmt moderne Pilotanlage in Betrieb

Das durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) finanzierte Vorhaben „Pilot-SBG“ fokussiert sich auf die Bereitstellung von erneuerbarem Methan als Energieträger für schwer elektrifizierbare Verkehrssektoren.

von | 04.04.25

Offizielle Inbetriebnahme der neuen Forschungsanlage für erneuerbares Methan: Philipp Knötig, Karin Naumann (Projektleitung), Dr. Sven Halldorn (BMDV), Prof. Dr. Michael Nelles (Wiss. Geschäftsführer DBFZ), v.l.n.r.

Zentrale Bestandteile des vom Deutschen Biomasseforschungszentrum bearbeiteten Forschungs- und Demonstrationsvorhabens sind die Planung und Errichtung sowie der erfolgreiche Versuchsbetrieb einer Pilotanlage für synthetisiertes Biogas (SBG) im Technikumsmaßstab. In Anwesenheit von rund 120 Gästen aus Forschung, Politik und Industrie konnte die neue Forschungsanlage in einem feierlichen Akt am 18. März 2025 offiziell in Betrieb genommen werden.

Das Konzept der neuen Forschungsanlage auf dem Gelände des Deutschen Biomasseforschungszentrums in Leipzig verbindet sowohl etablierte als auch innovative Technologien und verarbeitet biogene Reststoffe, Nebenprodukte und Abfälle sowie grünen Wasserstoff für die Bereitstellung von erneuerbarem Methan als Hauptprodukt und wertigen Nebenprodukten. Das in der Anlage erzeugte Biomethan soll in einer sich anschließenden Tankanlage in komprimierter Form als erneuerbares CNG im DBFZ-Fuhrpark genutzt werden. Im Sinne einer innovationsunterstützenden Dienstleistung werden im Vorhaben umfangreiche Versuche durchgeführt, Prozessparameter kontinuierlich optimiert und die dabei erhobenen Daten umfassend analysiert und bewertet. Ziel ist es, das Gesamtkonzept weiterzuentwickeln sowie dessen Skalierung hin zum kommerziellen Maßstab zu begleiten und zu unterstützen.

Die auf einer Gesamtfläche von rund 800 Quadratmetern errichtete Pilotanlage auf dem Gelände des DBFZ dient u.a. dem Erkenntnisgewinn zum Zusammenspiel von Komponenten und Apparaten oder dem Einfluss von Prozessparametern auf dessen Stabilität und Ausbeute. Ihre Kapazität ist so gewählt, dass sie eine für Forschung und Entwicklung (F&E) ausreichende sowie kostentechnisch darstellbare Flexibilität mit sich bringt. Mit der technischen Möglichkeit zur Darstellung der gesamten Prozesskette in einer einzelnen Anlage ist die nun in Betrieb genommene Anlage in dieser Größenordnung deutschlandweit einzigartig. Im Rahmen eines offenen Rundganges konnten sich die Besucher:innen über das Anlagenkonzept informieren und sich die zentralen Module „Anaerobe Vergärung“, „Hydrothermale Prozesse“, „Methanisierung“ sowie „Trennverfahren der Gärrestaufbereitung“ durch die wissenschaftlichen und technischen Expert:innen des DBFZ präsentieren lassen.

Bis zum Ende des Vorhabens „Pilot-SBG“ werden in der Anlage nach aktuellem Plan vier Kampagnen zum Biogasprozess mit den Ausgangsstoffen Stroh und Gülle (2025) sowie Bioabfall und Grünschnitt (2026) gefahren. Voraussichtlich ab 2027 soll die Pilotanlage dann als zentraler Bestandteil einer Forschungs- und Entwicklungs-Technologieplattform für weitere Vorhaben mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft genutzt werden können.

Bereits der Bau der Anlage wurde vom BMDV gefördert. Nun wird auch die Betriebsphase von Pilot-SBG mit 8,76 Mio. € zu 100 % gefördert.

(Quelle: DBFZ/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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