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Uniper-Kurzstudie: Dunkelflauten sind Normalzustand

Dunkelflauten sind kein Extremereignis, sondern ein strukturelles Merkmal des deutschen Stromsystems. Das zeigt eine aktuelle Kurzstudie von Uniper zur Häufigkeit und Dauer von so genannten Dunkelflauten, Zeiten mit sehr geringer Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie, in Deutschland.

von | 03.06.26

Die Analyse basiert auf Zeitreihen der Wind‑ und Solarstromerzeugung von 2016 bis 2025.

Das zentrale Ergebnis: Dunkelflauten treten regelmäßig auf und sind systemisch relevant. Im untersuchten Zeitraum wurden 1.435 Dunkelflauten mit einer Dauer von über zehn Stunden identifiziert. Sie finden also im Durchschnitt häufiger als alle drei Tage statt. Die mittlere Dauer lag bei 12,9 Stunden, was über einem halben Tag entspricht. Längere Ereignisse sind seltener, aber dennoch regelmäßig und besonders kritisch für die Versorgungssicherheit.

Eine 24‑stündige Dunkelflaute tritt nahezu monatlich auf, dreitägige Ereignisse etwa zweimal pro Jahr. Extreme Dunkelflauten von mehr als fünf Tagen sind zwar die Ausnahme, dennoch muss die Stromversorgung auch in diesen Phasen garantiert werden. Im Schnitt treten diese immerhin alle dreieinhalb Jahre auf. 2023 kam es sogar zu einer fast einwöchigen Dunkelflaute mit einer Dauer von 161 Stunden.

Der stark wachsende Anteil wetterabhängiger Erzeugung verschärft diese Herausforderung zunehmend. 2025 stammten rund 47 % der öffentlichen Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie. Damit nimmt nicht nur die Volatilität der Einspeisung zu – die Phasen sehr geringer Erzeugung gewinnen darüber hinaus erheblich an systemischer Bedeutung. Je höher der Anteil wetterabhängiger Energien, desto größer der Bedarf an gesicherter Leistung. Wenn die Stromnachfrage die Erzeugung aus erneuerbaren Energien übersteigt, müssen Kraftwerke, Importe, Lastflexibilitäten und Speicher einspringen. Zu Letzterem gehören auch Batteriespeicher. Die Speichertiefe von Batteriespeichern reicht jedoch nicht aus, um zehnstündige Dunkelflauten zu überbrücken.

Uniper definiert eine Dunkelflaute als einen Zeitraum von mindestens zehn Stunden, in dem Wind‑ und Solarstrom gemeinsam weniger als zehn Prozent ihrer installierten Leistung liefern. Zusätzlich wird ein gleitender Sechs‑Stunden‑Durchschnitt herangezogen, um kurzfristige, systemisch irrelevante Erzeugungsspitzen auszublenden. Dieser Ansatz zeigt deutlich: kurze Ausschläge nach oben ändern nichts an der strukturellen Unterversorgung in Dunkelflauten.

Aus energiewirtschaftlicher Sicht ergibt sich daraus ein klarer Handlungsbedarf. Batteriespeicher sind ein wichtiger Baustein der Transformation – etwa zur Flexibilisierung und zur Abfederung kurzfristiger Preisspitzen. Dunkelflauten über mehr als zehn Stunden können sie jedoch nicht verlässlich überbrücken. Die Speichertiefe von Batterien reicht hierfür nicht aus. Für eine sichere Stromversorgung bleiben daher auch langfristig gesicherte, flexible Erzeugungskapazitäten unverzichtbar, die ohne Einschränkungen durch Wetter und Ladezyklen zuverlässig und jederzeit Strom erzeugen.

Die vollständige Kurzstudie finden Sie hier: Dunkelflauten | Uniper

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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