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Sicheres Trennen und Verschließen von Gasnetzanschlussleitungen

Kategorie:
Autor: Redaktion

Sicheres Trennen und Verschließen von Gasnetzanschlussleitungen

Jedes Jahr müssen in Deutschland eine Vielzahl von Gashausanschlussleitungen aus Stahl getrennt werden. Bis heute wird die Trennung der Gasleitungen häufig unter kontrollierter Gasausströmung durchgeführt. Um Unfälle zu vermeiden, müssen hierbei entsprechende organisatorische und personelle Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, jedoch besteht bei dieser Vorgehensweise immer eine erhöhte Gefährdung. Nach der hier geltenden berufsgenossenschaftlichen Regel DGUV100-500 (ehem. BGR 500), Kapitel 2.31 „Arbeiten an Gasleitungen“ sind heute Arbeitsverfahren mit geringer Gefährdung nach dem Stand der Technik einzusetzen. Laut Abschnitt 5.2.6 gilt: „Bei Arbeiten an Gasleitungen im Freien sind die Arbeitsverfahren so auszuwählen, dass die Freisetzung von Gas im Arbeitsbereich vermieden bzw. minimiert wird.“

Um dieser Vorgabe zu entsprechen, sind so genannte Arbeitsverfahren mit geringer Gefährdung, wie z.B. das Anbohren und Blasensetzen mittels gasdichter Schleusen, anzuwenden. Hier wird beim Absperren oder Trennen der Gashausanschlussleitungen der Austritt von Gas vermieden, bzw. auf ein Minimum reduziert. Solche Verfahren sind jedoch wesentlich zeitaufwändiger und kostenintensiver als Verfahren mit erhöhter Gefährdung, so dass sie auf wenig Akzeptanz stoßen.

Diese unbefriedigende Situation haben die Stadtwerke Karlsruhe dazu motiviert, gemeinsam mit der Firma EWE-Armaturen aus Braunschweig, ein neues Verfahren zu entwickeln. Dieses erfüllt die Anforderungen an ein Arbeitsverfahren mit geringer Gefährdung gemäß DGUV100-500 und ist gleichzeitig deutlich einfacher und kostengünstiger anzuwenden, als die bisher bekannten Alternativverfahren. Eine Aktualisierung der DGUV100-500 unter Berücksichtigung des neuen Verfahrens ist geplant.

Die Grundidee des innovativen und durch die Stadtwerke Karlsruhe patentierten Verfahrens beruht auf der Einbringung eines 2K-Absperrschaums in die Anschlussleitung, um die Gaszufuhr zur Arbeitsstelle sicher und einfach zu unterbrechen. Durch den Einsatz einer mobilen Schleuse wird die Anschlussleitung angebohrt und der Schaum eingebracht. Der Absperrschaum sitzt nach kurzer Aushärtung als gasdichter Pfropfen in der Anschlussleitung und trennt diese vom übrigen Rohrnetz. Nach Trennung der Anschlussleitung wird das Rohrende mittels einer speziellen Endkappe mit Prüfanschluss sicher verschlossen.

Im Vergleich zu anderen Arbeitsverfahren mit geringer Gefährdung handelt es sich beim Abtrennen mit Hilfe des Absperrschaums um ein genauso sicheres, aber wesentlich einfacher handhabbares Verfahren mit weniger Arbeitsschritten und geringerem Platzbedarf.

Wissenschaftlich begleitet wurde die Verfahrensentwicklung durch die DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Der Abschlussbericht über die Einsatzfähigkeit des Verfahrens liegt vor.

Nach erfolgreicher Beendigung der Erprobungsphase und Testeinbauten unter Realbedingungen bei Versorgungs- und Tiefbauunternehmen wird das Verfahren seit Juni 2015 deutschlandweit unter den unterschiedlichsten Bedingungen in den Gasnetzten der Versorgungsunternehmen eingesetzt und überzeugt durch die einfache und sichere Handhabung – immer im Fokus die Sicherheit der Mitarbeiter beim Abtrennen einer Gasleitung. Bis Ende 2015 wurden bereits über 2000 Anwender erfolgreich geschult.

Der 2K-Absperrschaum ist zur Trennung von Stahlleitungen DN32-DN65 für Gase nach DVGW G 260 einsetzbar.

Kontakt:

EWE Armaturen

Romy Töpfer

E-Mail: romy.toepfer@ewe-armaturen.de