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Niedrige Speicherfüllstände erhöhen die LNG-Importabhängigkeit

Der europäische Gasmarkt startet mit historisch niedrigen Speicherfüllständen ins Jahr 2026. Eine längere Kältewelle zu Jahresbeginn würde eine signifikant höhere Auslastung der LNG-Terminals nötig machen.

von | 28.01.26

Quelle: EWI

Der europäische Gasmarkt ist mit einem aggregierten Speicherfüllstand von lediglich 61 % in das Jahr 2026 gestartet. Das liegt – mit Ausnahme des Krisenjahres 2022 – unter den Werten der Vorjahre 2016 bis 2025. Eine zeitgleiche Kältewelle in den USA und Europa hat bereits im Januar zu massiven Preissprüngen am Henry Hub (+70 %) und am europäischen TTF (+40 %) geführt.

Die aktuelle Kurzanalyse „Ausblick auf den europäischen Gasmarkt im Jahr 2026“ des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI) untersucht nun die Auswirkungen dieser Dynamik auf die Versorgungssicherheit und die notwendigen Importmengen für das weitere Jahr. In der Analyse werden ein normaler Winter als Referenzszenario sowie ein Szenario mit kaltem Winter betrachtet. Beide Szenarien basieren auf dem ENTSO-G Supply Winteroutlook.

Hohe Auslastung der LNG-Importterminals könnte nötig werden

Die Analyse zeigt: Sollte die Kälteperiode bis Ende März andauern, könnte die Gasnachfrage um bis zu 120 TWh steigen. Um in diesem Szenario einen kritischen Speicherstand von 10 % am Ende der Heizperiode nicht zu unterschreiten, müssten die europäischen LNG-Importterminals ihre Auslastung auf bis zu 90 % steigern.

„Um die europäischen Gasspeicher dann nach diesem Winter wieder auf das EU-Zielniveau von 90 Prozent zu Beginn der Heizperiode zu bringen, wäre ab April eine kontinuierlich hohe Auslastung der Importterminals von mehr als 80 % erforderlich“, sagt Dr.-Ing. Ann-Kathrin Klaas, Head of Research Area am EWI, die die Analyse zusammen mit Hendrik Diers durchgeführt hat. „Dies wäre deutlich mehr als die durchschnittliche Auslastung von 58 Prozent im Vorjahr.“

Globaler Wettbewerb um Spotmarkt-Mengen

Obwohl die notwendige Infrastruktur durch den Ausbau der europäischen LNG-Importkapazitäten in den vergangenen vier Jahren auf rund 2.000 TWh/a bereits bereitsteht, bleibt die Beschaffung der Mengen eine Frage der Zahlungsbereitschaft. Da nur etwa 30 % des europäischen LNG-Bedarfs durch Langfristverträge gesichert sind, müsste der Großteil der Mengen am globalen Spotmarkt erworben werden.

„Europa steht hierbei in direktem Wettbewerb mit dem asiatischen Markt“, so Klaas weiter. „Zwar wirken neue weltweite Exportkapazitäten preissenkend, doch die hohe lokale Nachfrage zur Speicherbefüllung wird das Preisniveau in Europa voraussichtlich ebenfalls beeinflussen.”

 

(Quelle: EWI/2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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