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Karlsruhe plant Bau einer hochflexiblen Gas- und Dampfturbinenanlage

Am Standort des Rheinhafen-Dampfkraftwerks Karlsruhe – kurz RDK – möchte die EnBW eine hochflexible wasserstofffähige Gas- und Dampfturbinenanlage mit Kraft-Wärme-Kopplung bauen und damit das bisherige Steinkohle-Kraftwerk (RDK 8) ersetzen.

von | 30.04.25

Traditionsstandort RDK im Karlsruher Rheinhafen: Ob nach den Kohleblöcken 7 (links) und 8 (rechts) auch ein wasserstofffähiger Gasblock 9 gebaut wird, hängt auch von Fördergeldern ab. (Quelle: EnBW / Fotograf Daniel Maier-Gerber)

Der Karlsruher Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 29. April 2025 einen Grundsatzbeschluss zur Unterstützung des sogenannten RDK 9-Vorhabens gefasst.

“Gerade im Südwesten Deutschlands benötigen wir dringend rund 6,5 GW zusätzliche regelbare Stromerzeugungsanlagen, um die Erneuerbaren Energien zu unterstützen und den Kohleausstieg vollständig zu schaffen. Wir freuen uns, dass der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe die EnBW durch ihren Grundsatzbeschluss bei diesem Ausbau unterstützen möchte“, erklärt Michael Class, Leiter Erzeugung Portfolioentwicklung bei der EnBW.

Die Realisierung des Projekts hängt dabei wesentlich von den künftigen politischen Rahmenbedingungen für regelbare Kraftwerksleistung ab: „Von vergleichbaren Kraftwerken wissen wir, dass diese sich rein über ihren Betrieb am Markt nicht wirtschaftlich rechnen” so Class. Deshalb brauche es schnell entsprechende Vorlagen durch die neue Regierungskoalition. Das Projekt müsse sich dann gegen andere bundesweit geplante Projekte in einem wettbewerblichen Ausschreibungsverfahren durchsetzen.

Eine entsprechende Auktion erwartet die EnBW im nächsten Jahr. Class erklärt: “Wir wissen, dass mit einem solchen Großprojekt auch ein reges Interesse in der Öffentlichkeit einhergeht. Deshalb legt die EnBW großen Wert darauf, die Öffentlichkeit frühzeitig in das Vorhaben einzubeziehen und regelmäßig zu informieren. Und natürlich gibt es zu gegebener Zeit dann auch ein vollständiges formales Genehmigungsverfahren.”

Mit Blick auf den Wettbewerb kann die EnBW zu diesem Zeitpunkt jedoch noch keine genauen Details zur Auslegung des Kraftwerks nennen, derzeit planen wir rund 850 MW (MW) elektrischer Nennleistung und 220 Megawatt (MW) Fernwärmeleistung.  Auch mit der Stadt Karlsruhe sei ein intensiver Austausch vorgesehen.

Hintergrund

Die EnBW baut aktuell auf Grundlage von Fördermechanismen im Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz auch die bislang kohlebefeuerten Standorte in Altbach/Deizisau und Heilbronn auf wasserstofffähige Gaskraftwerke um. Eines der ersten H2-ready Gaskraftwerke Deutschlands hat die EnBW diesen Monat in Stuttgart-Münster offiziell in Betrieb genommen. Alle drei bisherigen Projekte haben eine Gesamtkapazität von rund 1,5 Gigawatt (GW) und ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 1,6 Mrd. €.

 

 

(Quelle: EnBW/2025)

 

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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