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Grüner Wasserstoff aus Lübeck

Das Land Schleswig-Holstein unterstützt das Vorhaben H2ANSE – „H2 aus dem echten Norden“ mit einer Förderung in Höhe von rund 3,55 Mio. €.

von | 18.09.26

(v.l.n.r.) Jürgen Adler, Leiter des Abfallwirtschaftszentrums Lübeck; Jan Lindenau, Bürgermeister der Hansestadt Lübeck; Tobias Goldschmidt, Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein; Mathias Mucha, Direktor der Entsorgungsbetriebe Lübeck; Dr.-Ing Thilo Panten, Geschäftsführer des Ingenieurbüros ERC Engineering Xperts GmbH

Den Förderbescheid übergab Schleswig-Holsteins Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur, Tobias Goldschmidt, auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums Lübeck.

Im Mittelpunkt des Vorhabens steht ein 1-MW-PEM-Elektrolyseur, der auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums Lübeck errichtet werden soll. Für die Stromversorgung ist eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 7 MWp auf dem Südhang der Deponie Niemark vorgesehen. Der erzeugte grüne Wasserstoff wird gespeichert und über eine Abfüllstation für den Transport zur Wasserstofftankstelle im Gewerbegebiet Roggenhorst bereitgestellt.

Bei ausschließlicher Versorgung durch die geplante Photovoltaikanlage können nach den bisherigen Berechnungen jährlich rund 57.000 kg Wasserstoff produziert werden. Durch die zusätzliche Einbindung von Windstrom könnte die Produktion perspektivisch auf bis zu 100.000 kg pro Jahr steigen. Der Wasserstoff soll vor allem für den Schwerlast- und Fernverkehr eingesetzt werden. Auch die EBL selbst wollen den Energieträger nutzen: Ein bereits im Jahr 2022 angeschafftes Abfallsammelfahrzeug mit Brennstoffzellenantrieb soll über die geplante Tankstelleninfrastruktur mit Wasserstoff versorgt werden. Darüber hinaus ist EBL-weit perspektivisch die Anschaffung von weiteren acht bis zehn Brennstoffzellenfahrzeugen vorgesehen.

Nicht nur Wasserstoff wird genutzt

Eine Besonderheit des Projekts ist die möglichst vollständige Nutzung der beim Elektrolyseprozess entstehenden Stoff- und Energieströme. So entstehen beim Betrieb des Elektrolyseurs jährlich voraussichtlich bis zu 1.100 MWh nutzbare Abwärme. Diese soll zur Beheizung der Biogasanlagen eingesetzt werden. Dadurch kann Biogas „eingespart“ werden, das anschließend beispielsweise für die Erzeugung von Wärme im städtischen Fernwärmenetz zur Verfügung stehen kann und damit den fossilien Energieträger Erdgas reduziert.

Darüber hinaus fallen bei der Wasserstoffproduktion große Mengen Sauerstoff an (zwischen 450.000 kg/a und 78.000 kg/a). Dieser wird in der direkt angrenzenden Mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) zur Optimierung des biologischen Prozesses zur Biogasgewinnung eingesetzt.

Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrs

Mit dem erzeugten Wasserstoff können nach den Berechnungen der EBL jährlich zwischen rund 222.000 und 385.000 l fossiler Dieselkraftstoff im Schwerlastverkehr ersetzt werden können. Daraus ergibt sich ein rechnerisches Einsparpotenzial von etwa 589 bis 1.020 t CO₂ pro Jahr. Das Gesamtinvestitionsvolumen für die geplante Wasserstoffproduktionsanlage liegt bei rund 7,9 Mio. €. Davon übernimmt das Land Schleswig-Holstein rund 3,55 Mio. € im Rahmen der Förderung.

Mit dem Projekt wollen die EBL zugleich Erfahrungen mit der Erzeugung, Speicherung und Nutzung von grünem Wasserstoff sammeln und damit einen Beitrag zum Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft leisten. Die EBL verfolgen das Ziel, ihre Fahrzeugflotte bis zum Jahr 2040 vollständig zu dekarbonisieren.

H2ANSE – „H2 aus dem echten Norden“ steht damit für einen regionalen Ansatz: erneuerbaren Strom erzeugen, grünen Wasserstoff produzieren, Koppelprodukte nutzen und den Energieträger anschließend direkt für eine klimafreundlichere Mobilität einsetzen.

 

 

(Quelle: EBL/2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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