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EWI-Analyse: Elektrolysehochlauf in Deutschland verläuft stockend

Der Hochlauf der Elektrolysekapazität in Deutschland geht deutlich langsamer voran als geplant, zeigt die EWI-Elektrolysedatenbank. Das Ziel von 10 GW Elektrolysekapazität bis zum Jahr 2030 wird vermutlich verfehlt, zeigt eine Analyse des EWI.

von | 20.01.26

Quelle: EWI

Eine Auswertung der EWI-Elektrolysedatenbank zeigt: Aktuell liegt die installierte Leistung von Elektrolyseuren in Deutschland bei 181 MWel, weitere 1,3 haben eine finale Investitionsentscheidung (FID) oder sind im Bau. Demnach könnten Ende des Jahres 2027 bis zu 1,5 GWel Elektrolysekapazität in Betrieb sein. In der EWI-Analyse „Entwicklungen im Elektrolyse-Hochlauf in Deutschland“ untersucht das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) den Status Quo und die neusten Entwicklungen im Elektrolysehochlauf in Deutschland mit einer Auswertung der Instituts-eigenen Projektdatenbank.

Das 10-GW-Elektrolyseziel bis 2030 wird vermutlich verfehlt

Gegenüber der Erhebung im August 2024 ist die Elektrolysekapazität in Betrieb bzw. mit FID/in Bau gestiegen. Mit 54 MW ist der bislang größte Elektrolyseur Deutschlands in Betrieb gegangen. Weiterhin gibt es mehrere Projekte mit mehr als 100 MW, für die eine FID getroffen wurde. Allerdings sind fast 3 GWel der geplanten Projekte aus der Datenbank rausgefallen, da sie entweder abgesagt wurden oder zu lange keine neuen Informationen veröffentlicht wurden. Zählt man alle bis zum Jahr 2030 angekündigten Projekte zusammen, könnte eine Gesamtkapazität von 8,7 GWel erreicht werden.

Betrachtet man die Projekte, die Stand August 2024 im Jahr 2025 in Betrieb gehen sollten, so wurden lediglich ca. 30 Prozent dieser Projekte fristgerecht realisiert. Eine Verzögerung könnte auch bei den Projekten auftreten, die für die nähere Zukunft angekündigt sind: Zwar sind mehr als 20 Projekte mit einer geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2026 angekündigt, doch 14 dieser Projekte – mit einer kumulierten Kapazität von mehr als 1 GWel – haben bislang keine FID erreicht oder es wurde kein Baubeginn kommuniziert. Daher ist es fraglich, ob diese innerhalb eines Jahres fertig gestellt werden.

Die Gründe für den schleppenden Elektrolysehochlauf sind vielfältig

„Neben der regulatorischen Komplexität und Unsicherheit führen auch hohe Investitions- und Betriebskosten in Verbindung mit einer relativ geringen Zahlungsbereitschaft der Verbraucher dazu, dass bislang nur so wenige Projekte den FID-Status erreicht haben“, sagt Dr.-Ing. Ann-Kathrin Klaas, Head of Research Area am EWI, die die Analyse gemeinsam mit Carina Schmidt, Research Associate am EWI, erstellt hat. Außerdem bestehe grundsätzlich weiterhin das Henne-Ei-Problem, da Angebot, Nachfrage und die Infrastruktur simultan aufgebaut werden müssen. „Dies kann zu Koordinationsproblemen und zur Verzögerung einzelner Projekte führen“, so Klaas.

 

 

(Quelle: EWI/2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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