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Energiespeicher für eine unabhängige Energieversorgung Europas

Das vom Karlsruher Institut für Technologie koordinierte europäische Forschungsprojekt StoRIES zeigt, wie Speicherlösungen dazu beitragen können, Energie aus erneuerbaren Quellen flexibel und bedarfsgerecht für Stromnetze, Industrie und Elektromobilität bereitzustellen.

von | 26.05.26

In StoRIES arbeiteten Nachwuchsforschende aus ganz Europa gemeinsam an hybriden Speicherlösungen​​​​​​ – unter anderem bei Summer Schools wie hier in Rom. (Foto: HIU/KIT)

Über vier Jahre hinweg vernetzte das Projekt Forschungsinfrastrukturen, Industrie und Wissenschaftseinrichtungen in ganz Europa und entwickelte Strategien für die Energiespeicherung der Zukunft.

„Mit StoRIES haben wir Impulse entlang der gesamten Wertschöpfungskette gesetzt – von Materialien über Systeme bis zur Integration ins Energiesystem“, sagt Professor Stefano Passerini, Projektleiter am Helmholtz-Institut Ulm (HIU), welches das KIT, die Universität Ulm und weitere Partner betreiben. „Das Forschungsprojekt hat Akteure in Europa enger zusammengeführt und dazu beigetragen, Kompetenzen und Infrastrukturen auszubauen. Entstanden ist ein europaweites Netzwerk aus 250 Forschungseinrichtungen, spezialisierten Laboren und Testumgebungen.“

Hybride Speicher für Industrie, Stromnetz und Mobilität

Ein zentrales Vorhaben von StoRIES war es, Speichertechnologien zu identifizieren, mit denen sich die schwankende Verfügbarkeit erneuerbarer Energien ausgleichen lässt. Dabei zeigte sich: Keine einzelne Technologie kann künftig alle Anforderungen des Energiesystems erfüllen. Batteriespeicher eignen sich etwa für schnelle Lastwechsel im Stromnetz, thermische Speicher für industrielle Wärmeprozesse, während Wasserstoff insbesondere die langfristige Energiespeicherung ermöglicht. Auf Grundlage dieser Analyse entwickelten die Forschenden eine Technologie-Roadmap sowie eine strategische Forschungs- und Innovationsagenda für hybride Energiespeichersysteme.

„Erst die intelligente Kombination unterschiedlicher Speicher ermöglicht ein Energiesystem, das zugleich flexibel, stabil und klimaneutral ist“, sagt Dr. Myriam E. Gil Bardají, stellvertretende Projektkoordinatorin am KIT. „Unsere Ergebnisse zeigen, welche Technologien dafür zusammenspielen müssen und wo in Europa weiterer Forschungs- und Entwicklungsbedarf besteht.“

Die Forschenden untersuchten unter anderem Konzepte für die Elektrifizierung von Häfen und des Schwerlastverkehrs, für die Versorgung abgelegener Regionen mit erneuerbarer Energie sowie für die Nachnutzung fossiler Kraftwerksstandorte als Speicher- und Flexibilitätszentren. Auch für Gebäude und Industrie entwickelten sie kombinierte Speicheransätze, die Strom, Wärme und Wasserstoff intelligent miteinander koppeln.

„Die Energiewende braucht Lösungen, die sich an sehr unterschiedliche Anwendungen anpassen lassen“, sagt Olga Sumińska-Ebersoldt vom HIU, eine der Initiatorinnen von StoRIES. „Unsere Fallstudien zeigen, dass hybride Speicher nicht nur technische Vorteile bieten, sondern auch helfen können, bestehende Infrastrukturen effizient weiter zu nutzen und erneuerbare Energien besser in den Alltag zu integrieren.“

Europäisches Netzwerk für die Energiewende

Neben den technologischen Ergebnissen hat StoRIES europaweit neue Strukturen für die Energiespeicherforschung geschaffen. Mehr als 100 Nachwuchsforschende nahmen an Summer Schools in Nikosia, Rom und Trondheim teil. Hinzu kamen internationale Austauschprogramme, Mentoringformate und Onlinekurse für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Europäische Kommission würdigte StoRIES als eines der richtungsweisenden Projekte des European Green Deal und bezeichnete es als ein besonders relevantes EU-Projekt für die klimaneutrale Transformation Europas.

„StoRIES hat gezeigt, wie europäische Forschungskooperationen konkrete Beiträge zur Energie- und Klimapolitik leisten können“, sagt Dr. Holger Ihssen vom Brüsseler Büro der Helmholtz-Gemeinschaft, der im Projekt die Zusammenarbeit mit europäischen Institutionen und Netzwerken sowie die internationale Vernetzung koordinierte. „Die im Projekt entstandenen Netzwerke, Strategien und Ausbildungsformate wirken weit über die Laufzeit hinaus und stärken die Innovationskraft Europas im Hinblick auf nachhaltige Energiesysteme.“

 

(Quelle: KIT/2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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