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EDNA kritisiert Smart Metering-Perfektionismus in Deutschland

Der Versuch, über Gesetze ein „perfektes System“ für das Smart Metering zu entwickeln, hat den Markt für intelligente Messsysteme in Deutschland nahezu zum Erliegen gebracht. In einem offenen Brief an den Bundeswirtschafts- und -energieminister Sigmar Gabriel warnt der EDNA Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation e.V. deswegen davor, diesen Perfektionismus weiter zu betreiben.

von | 13.11.14

Der Versuch, über Gesetze ein „perfektes System“ für das Smart Metering zu entwickeln, hat den Markt für intelligente Messsysteme in Deutschland nahezu zum Erliegen gebracht. In einem offenen Brief an den Bundeswirtschafts- und -energieminister Sigmar Gabriel warnt der EDNA Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation e.V. deswegen davor, diesen Perfektionismus weiter zu betreiben. Der Versuch, ein vollständig abgesichertes Mess- und Kommunikationssystem in einem Schritt entwickeln und im Markt installieren zu wollen, sei zum Scheitern verurteilt. Die kommenden Monate müssten vielmehr dazu genutzt werden, durch praxis- und vor allem marktgerechte Regeln die Umsetzung der noch ausstehenden Verordnungen mit aller Kraft voran zu treiben.

Die neuen Technologien sollten im Rahmen einer Pilotphase ausprobiert und weiterentwickelt werden. Die während dieses Zeitraums verbauten Geräte müssten Bestandsschutz erhalten und neue Anforderungen erst für die nächste Gerätegeneration vorgegeben werden. Eine Detaillierung von Datenschutzregeln und die vollständige Umsetzung des BSI-Sicherheitsstandards mache nach Erreichung entsprechender Stückzahlen und auf Basis der gesammelten Erfahrungen deutlich mehr Sinn als eine Überforderung des Systems vor der Einführung, heißt es dazu in der ersten These des Papiers. Das vollständige Thesenpapier steht unter www.edna-bundesverband.de zum Download zur Verfügung.

Neben einer Pilotphase fordert EDNA auch, die Energielieferanten stärker in die Einführung einzubeziehen und damit zum Treiber für die Entwicklung zu machen. Denn beim bisherigen Regelungsansatz würden die Interessen der Lieferanten und Letztverbraucher weitgehend vernachlässigt. Deren Motivation und Nachfrage kann aber nur durch wirtschaftliche Anreize geweckt werden, die solche Tarife interessant machen – etwa durch geringere Netzkosten bei „smartem“ Verhalten. Der in der Kosten-/Nutzenanalyse definierte „intelligente Zähler“ müsste zudem so schnell wie möglich zur Pflicht gemacht werden. Damit könnten auch die bereits vorhandenen Lösungen endlich eingesetzt werden. Ob der Energielieferant dem Kunden den von der EU geforderten Zugang zu seinen Verbrauchsdaten dann per Display am Zähler oder per Internetplattform anbieten möchte, sollte freigestellt sein. Das „intelligente Messsystem“ könnte dann mit der erforderlichen Ruhe vom Markt entwickelt werden. Jedoch müssten die in einer solchen Pilotphase verwendeten Geräte Bestandsschutz genießen, um das Risiko von Fehlinvestitionen zu mindern.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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