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Eckpunkte für das neue Gebäudemodernisierungsgesetz markieren Kurswechsel

Die Eckpunkte für das neue Gebäudemodernisierungsgesetz markieren aus Sicht der Gas- und Wasserstoffwirtschaft einen grundlegenden Kurswechsel: mehr Wahlmöglichkeiten, mehr Verantwortung im System und weniger Detailvorgaben. Im Zentrum steht die geplante Grüngasquote, die den Hochlauf klimafreundlicher Gase marktlich organisiert. Dazu äußert sich Dr. Timm Kehler, Vorstand des Verbands Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft:

von | 25.02.26

Bild: Lotte Ostermann/DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT

„Das neue Gesetz bringt einen wichtigen Perspektivwechsel: mehr Wahlfreiheit für die Bürgerinnen und Bürger und mehr Transformation im Gassystem. Statt detaillierter Vorgaben im Heizungskeller setzt die Politik auf marktwirtschaftliche Instrumente und Planungssicherheit beim Energieangebot.

Die Grüngasquote ist dabei der zentrale Hebel. Sie verpflichtet die Inverkehrbringer, den Anteil klimafreundlicher Gase schrittweise zu erhöhen, und sorgt so für einen verlässlichen Hochlauf von Biomethan, synthetischem Methan und Wasserstoff. So ist nicht mehr nur der Bürger in der Pflicht, sondern das bestehende Gasnetz wird systematisch dekarbonisiert, wie es auch bereits bei Strom und Fernwärme erfolgt.

Die Grüngasquote findet zudem große Zustimmung in der Bevölkerung: Eine von uns beauftragte Civey-Umfrage zeigte kürzlich, dass zwei Drittel der Hausbesitzerinnen und -besitzer es richtig finden, wenn Energieversorger schrittweise mehr klimaneutrale Gase ins Netz einspeisen müssten.

Zugleich gilt: Die verfügbaren Mengen sind bereits hoch. Hinzu kommen zusätzliche Ausbauchancen durch effizientere Anlagennutzung, biologische Methanisierung sowie internationale Partnerschaften. Allein in der Ukraine bestehen große Exportperspektiven für Biomethan nach Deutschland. Dafür können die bestehenden Pipelineverbindungen genutzt werden.

Wie bei grünem Strom und Fernwärme gilt auch für grüne Gase: Klimaschutz gibt es nicht zum Nulltarif. Eine gut gestaltete Quote kann die Mehrkosten aber begrenzen, zumal für grünes Gas der CO2-Preis entfällt und keine Netzausbaukosten hinzukommen.

Mit klaren politischen Rahmenbedingungen können grüne Gase in ausreichender Menge bereitgestellt und zu wettbewerbsfähigen Preisen angeboten werden. Damit verbinden wir Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit – und erreichen mehr Energiewende pro investiertem Euro.“

 

(Quelle: Die Gas und Wasserstoffwirtschaft/2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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